Neue Lebensphase

Abenteuer Kita: So klappt der Start

Der Kita-Start bringt große Veränderungen für das Kleinkind und die ganze Familie mit sich. Eltern können schon im Vorfeld und während der Eingewöhnung Einiges tun, damit der Einstieg gelingt. Ein Beitrag unseres Kooperationspartners „elternbriefe“.

veröffentlicht am 03.07.2026

„Unsere Tochter Emma (3 Jahre) kommt bald zusammen mit ihrem Freund Paul (2 ½ Jahre) in die Kita. Nun überlegen wir gemeinsam mit Pauls Eltern, wie wir den beiden den Übergang so leicht wie möglich machen können. Manchmal haben wir dabei auch Bilder von unseren weinenden Kindern im Kopf. Müssen Tränen eigentlich sein? Und was können wir tun, damit unsere Kinder einen guten Start in der Kita haben?“
Julia und Lukas, 32

Aller Anfang ist aufregend. Der Kita-Start ist eine große Veränderung für ein Kleinkind: Eine fremde Umgebung, andere Bezugspersonen, viele Kinder ... Für einen gelungenen Übergang spielen drei Bereiche eine Hauptrolle: Sie als Eltern, die Vorbereitung Ihres Kindes und der Kontakt zur Kita.

Was Eltern tun können

Schauen Sie zunächst mal auf sich selbst: Wie ist es eigentlich für Sie, dass Ihre Tochter nun in die Kita kommt? Welche Gedanken verbinden Pauls Eltern mit der neuen Lebensphase?

  •  Nehmen Sie dabei sich selbst und Ihre Gefühle ernst; sprechen Sie als Paar und mit anderen Eltern darüber, was Sie in dieser Phase empfinden. So helfen Sie auch Ihrem Kind: Wenn Sie Ihre eigenen Gefühle – wie beispielsweise Trauer, Stolz oder Schmerz – aktiv verarbeiten, bekommen Sie den Kopf frei für das, was Ihr Kind jetzt braucht.
  • Denken Sie daran: Keiner kann vorhersagen, wie Emma und Paul auf die Kita reagieren werden – das ist sehr individuell und bei jedem Kind unterschiedlich. Lassen Sie den Kindern ihren jeweils eigenen Umgang mit dem Wechsel in die Kita. Nicht jedes Kind weint während der Eingewöhnung. Und falls Tränen fließen, muss das nicht automatisch negativ sein. Durch Weinen zeigen Kinder ihre Gefühle und bauen Stress ab. Abschiedsschmerz ist ein völlig normales Gefühl, um mit solchen Situationen umzugehen.
  • Ihre Kinder werden sehr genau spüren, ob Sie ihnen die Kita zutrauen oder ob Sie unsicher und ängstlich sind. Für die beiden ist es hilfreich, unterstützende Eltern an ihrer Seite zu haben, die darauf vertrauen, dass sie diesen neuen Schritt gut bewältigen.
  • Planen Sie genügend Zeit ein. Die Kita-Eingewöhnung kann von einer bis hin zu sechs Wochen dauern. Legen Sie in diese Zeit keine wichtigen anderen Termine und planen Sie Zeitpuffer ein. So schaffen Sie einen entspannten Rahmen für die ganze Familie.

Kinder auf die Kita vorbereiten

  • Sie können Ihre Kinder schon jetzt auf die kommenden Veränderungen vorbereiten. Gehen Sie an der Kita vorbei, zeigen Sie ihnen das Gebäude und den Spielplatz von außen, erzählen Sie vom Kita-Alltag und den Abläufen dort. Das vermittelt Ihren Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung.

In der Kita

  • Bauen Sie von Anfang an eine gute Beziehung zu den Erzieherinnen und Erziehern auf. Bei Fragen und Problemen sind sie kompetente Ansprechpersonen.
  • Rituale helfen beim Start in die Kita. Sie geben einen sicheren Rahmen, auch über die Eingewöhungsphase hinaus. Schauen Sie, was für Sie und Ihr Kind gut passt: Das kann beispielsweise ein vertrauter Abschiedsgruß morgens oder ein festes Begrüßungsritual beim Abholen sein. Diese kleinen Gewohnheiten schenken Ihrem Kind im Kita-Alltag Vertrauen und vermitteln Halt.

Text: Sabine Maria Schäfer, Erziehungsberaterin, systemische Familientherapeutin und „Kess-erziehen“-Kurs-Referentin

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