Medientipps

Aktuelle Bücher, Filme, Podcasts und Hörbücher für Eltern, empfohlen von Müttern und Vätern oder von Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Kalender

Eine bunte Sammlung für Familien

Dieser Familienkalender ist ein wahrer Alles-Könner. Er beschert einem „Ein einfach schönes Jahr“ mit Impulstexten, Basteltipps, Rezeptideen und allerhand Wissenswertem. Ein Kalender, der laut Autoren-Team „uns an zweierlei erinnert: dass das Familienleben nicht nur aus Organisation besteht und dass es nicht viel braucht, um dem Alltag mehr Glücksmomente zu geben“.
 
Das kann zum Beispiel eine Gemüsesuppe sein, die die Familie nach einem langen Winterspaziergang aufwärmt, oder ein Kapuzinenkressepesto, das im Sommer schnell und leicht zubereitet ist. Glückmomente können auch dann entstehen, wenn wir uns als Familie gemeinsam Zeit zum Basteln nehmen. Was mir als Mutter mit zwei linken Händen besonders gefällt, ist, dass die Bastelanleitungen so einfach sind, dass selbst ich sie anhand der kurzen Texte und kleinen Bildchen gut verstehe. In der Woche von Palmsonntag erfährt man zum Beispiel, wie man einen Türkranz aus Eukalyptus- oder Buchsbaumzweigen binden kann. Und wenig später können gackernde Hühner dank Fingermalfarbe aufs Papier gezaubert werden.
 
Auch das ist es, was diesen Familienkalender für mich auszeichnet: Er hält für alle Altersstufen etwas Passendes bereit. Kleine Kinder freuen sich über Quallen aus Hefeteig oder Geburtstagskronen. Größere Kinder erfahren, ob man auf Wolken laufen kann und wie viele Kilometer Bienen für ein Pfund Honig zurücklegen müssen. Und spätestens bei der Tannenzapfen-Olympiade darf dann wieder die komplette Familie ran.
 
Ebenfalls ein Plus des Kalenders: Ob Osterlachen, Pfingsten oder der Advent – christliche Traditionen und Feste werden anschaulich und aufgelockert erklärt und sprechen Groß wie Klein an. Genauso wie die Fotografien und Zeichnungen. Mich persönlich haben vor allem der Impuls in der letzten Septemberwoche und das Abendgebet im Oktober bewegt, denn sie spiegeln für mich die Realität von Familienleben wieder, die aus vielen Glücksmomenten und unendlicher Dankbarkeit, aber eben auch aus Trubel, manchmal Überforderung und Spannungen besteht.
 
Ich bin schon jetzt neugierig, wie viele Anregungen des Familienkalenders ich 2023 mit meiner Familie in die Tat umsetzen werde – und ob ich unsere Zwillinge für Rote Beete-Schoko-Muffins begeistern kann.

Nicole Stroth

Nicole Stroth ist Redakteurin bei Don Bosco Medien, Mutter von Zwillingen und lebt mit ihrer Familie in München.

Cover Familienkalender Ein einfach schönes Jahr

„Ein einfach schönes Jahr 2023 – Der Inspirations-Kalender für Familien“ von Andrea Langenbacher und Stefan Weigand (bene! Verlag, € 18,00)


Jugendbuch

Gefühlswelt einer 16-Jährigen

Das Jugendbuch „Papierklavier“ ist das fiktionale Tagebuch der 16-jährigen Maja, die von ihrem Leben mit kleiner Schwester, überlasteter Mutter und gefühlt ein paar Kilos zu viel erzählt. Es geht um den Job im Saftladen, die Trauer um die kürzlich verstorbene Ersatzoma und Begegnungen mit Freunden und Freundinnen.

Die Sprache ist so wunderbar lässig, direkt und originell, dass man sich direkt in den Kopf der Schülerin hineingebeamt fühlt. Die 140 Seiten sind ratzfatz gelesen – was auch daran liegt, dass das Buch von vorne bis hinten mit teils ganzseitigen Illustrationen versehen ist.

Ich bin sehr gerne in die Gefühlswelt von Maja eingetaucht. Zumal ich selbst eine 16-Jährige zuhause habe und Manches von dem, was Maja erlebt, mir durchaus bekannt vorkommt. Besonders eine Szene hat es mir angetan. Da kommt die Mutter nach einem Streit in Majas Zimmer und setzt sich an ihr Bett. ‚„Tut mir leid“, sagt sie. „Tut mir leid, dass ich manchmal vergesse, wie hart es ist, sechzehn zu sein.“‘

Der „Roman in Wort und Bild“, wie der Verlag schreibt, bietet ein bewegendes und besonderes Leseerlebnis. Das findet übrigens auch meine Tochter.

Christina Tangerding

Christina Tangerding ist freie Journalistin und lebt mit ihrer Familie in München.

"Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner, illustriert von Anna Gusella (Beltz & Gelberg, € 14,95)


Kalender

Lichtvoll durchs neue Jahr

Frauen sind stutenbissig, unterstützen sich nicht gegenseitig und neiden anderen Frauen ihren Erfolg. So das gängige Vorurteil. Klar, manchmal stimmt’s. Aber oft eben auch nicht. Ein gutes Beispiel dafür ist der Frauenkalender 2023 „Lass leuchten!“. Ein Wochenkalender, der Frauen Mut machen will, zu ihren Stärken zu stehen, für sich und andere einzutreten und Vorbild zu sein. So heißt es gleich im ersten Text: „Lass dein Licht leuchten, stell deine Fähigkeiten nicht unter den Scheffel, zeig dich und gestalte mit dem, was du kannst und vermagst, deine Arbeit und den Tag!“
 
Wie das konkret aussehen kann, wird im Laufe des Jahres sichtbar – durch persönliche Erzählungen aus dem Alltag der vielen Autorinnen, die diesen Kalender mitgestaltet haben, durch Gedichte, die zum Nachdenken anregen, durch Texte über starke Frauen wie die Astronomin Caroline Herschel oder die Bürgerrechtlerin Rosa Parks.
 
Ich bin von einer Freundin auf diesen Kalender aufmerksam gemacht worden und war beim Durchblättern gleich angetan. Die Bilder sind ausdrucksstark, die Impulse berühren. Mal sind sie wortgewaltig, mal kurz, prägnant und klar. Diese Vielseitigkeit macht für mich den Frauenkalender 2023 aus. Er scheut auch nicht vor Themen wie Sterben und Trauer zurück und fordert einen dazu auf, die eigenen Schatten zu akzeptieren und sich ihnen zu stellen. Dies geschieht aber immer auf eine sehr feinfühlige und nicht bevormundende Art. Der Frauenkalender macht seinem Namen alle Ehre und setzt Leuchtspuren durch das kommende Jahr – und ich freue mich schon jetzt darauf, mich Woche für Woche wieder neu inspirieren zu lassen.

Nicole Stroth

Nicole Stroth ist Redakteurin bei Don Bosco Medien, Mutter von Zwillingen und lebt mit ihrer Familie in München.

Cover Frauen-Kalender Lass leuchten 2023

„Lass leuchten! Der Frauenkalender 2023“ von Petra Heilig, Susanne Herzog und Andrea Langenbacher (€ 20,00 – erhältlich bei chrismon)


Sachbuch

Warum wir uns in bestimmten Räumen wohlfühlen und in anderen nicht

Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Zuhause? Mögen Sie Ihren Arbeitsplatz? Betreten Sie gerne die Schule Ihrer Kinder oder das Seniorenheim, in dem Ihre Schwiegermutter lebt? Wenn ja, warum ist das so? Und vor allem wenn nicht, warum?

Antworten könnte das Buch von Emily Anthes geben. Die Wissenschaftsjournalistin hat in unterschiedlichen Ländern Innenräume und ihre Wirkung auf Menschen untersucht. Sie hat erforscht, welchen Einfluss sie auf die Gesundheit und die Gefühle derjenigen haben, die in ihnen leben, arbeiten, essen oder gesund werden. „Je mehr wir über die Welten in unseren Gebäuden erfahren, desto mehr Möglichkeiten haben wir, sie umzugestalten“, schreibt sie. Mithilfe von durchdachtem, sorgfältigem Design könne "fast jeder Aspekt des Lebens verbessert" werden.

Die Erkenntnisse betreffen teilweise Aspekte, auf die wir nur bedingt Einfluss haben. Es geht um Architektur, Stadtplanung, Baustoffe und das Design der Zukunft. Doch viele der Ergebnisse lassen sich durchaus auf das eigene Lebensumfeld übertragen. Zum Beispiel dann, wenn es um Raumfarben oder Beleuchtung, Bodenbeläge oder Bakterien im Duschkopf geht.

Mir ist durch das Buch noch einmal sehr intensiv bewusst geworden, welchen Einfluss Räume auf unser Wohlbefinden haben – und dass oft kleine Veränderungen dazu führen können, dass wir uns in unserer Umgebung wohler fühlen. Egal ob es um das Wohnzimmer, das Büro oder ein Zimmer im Seniorenheim geht.

Christina Tangerding

Christina Tangerding ist freie Journalistin und lebt mit ihrer Familie in München. Sie liebt ihr Zuhause und fühlt sich dort sehr wohl. Nur ihr Sohn wächst allmählich aus seinem winzigen Zimmer heraus.

„Drinnen. Wie uns Räume verändern“ von Emily Anthes (Harper Collins, € 20,00)


Sachbuch

Rollenbilder aufbrechen

Wenn Sie dieses Buch lesen, sollten Sie vorher vielleicht eine Schmerztablette nehmen, denn Sie werden aus dem Kopfschütteln nicht herauskommen. Und trotzdem empfehle ich die Lektüre uneingeschränkt jedem Geschlecht, auch wenn die überwiegende Leserschaft voraussichtlich Frauen sein werden. Schade eigentlich, denn das Thema „Gleichberechtigung“ geht jeden etwas an (sonst wird’s echt schwierig), und wie die Autorin Alexandra Zykunov zeigt, liegt auch noch ein langer Weg vor uns, bis wirklich alle gleichberechtigt sind. Anhand von „25 Bullshitsätzen“ analysiert sie patriarchale Muster, systemgewollte Ungerechtigkeiten und komplett irrationale Verhaltensweisen.

Ein Beispiel für einen Bullshitsatz: „Hast du ein Glück, dass dein Mann zu Hause so viel mithilft!“ Schon selbst oft gehört, vielleicht noch nicht einmal böse gemeint, aber dennoch entlarvend. Denn so die Autorin: „Wenn wir von Männern sprechen, die ‚helfen‘, statt von Männern, die einfach ihren Aufgabenbereich für ihre Familie, ihr Heim und den Haushalt darin übernehmen, sprechen wir ihnen jegliches Recht ab, sich dafür auch aktiv verantwortlich zu fühlen.“ Sprache schafft Realitäten. Denn wer hat schon einmal den Satz gehört, frage ich mich: „Hast du ein Glück, dass deine Frau zu Hause so viel mithilft!“

Es folgen weitere Bullshitsätze, die an jeder Familienfeier so fallen könnten und die leider beweisen, dass die tradierten Rollenbilder immer noch große Wirkung und Frauen gegen viele von außen auferlegten Erwartungshaltungen anzukämpfen haben.

Als ich das Buch las, habe ich mir vieles mit Neon-Marker angestrichen. Auch, um nachher mit meinem Mann darüber zu diskutieren, der ebenfalls beim Kopfschütteln mitgemacht hat. Denn die Zahlen sprechen für sich: 45 Prozent der Väter geben an, dass sie sich eine partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung wünschen, nur 17 Prozent machen das auch so. Von den Professuren an deutschen Hochschulen sind 75 Prozent von Männern besetzt. Mehr als 60 Prozent aller Mütter arbeiten in Teilzeit, bei den Vätern weniger als 10 Prozent. Tierfiguren in Cartoonproduktionen sind zu 87 Prozent männlich. Und und und ...

Was leben wir unseren Kindern da vor? Alexandra Zykunov schreibt frei Schnauze, das muss nicht jedem gefallen, aber sie legt den Finger in die Wunde. Und sie stellt klar: „Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass alle Frauen die Karriereleiter erklimmen und sich in Vollzeitjobs halb zu Tode arbeiten sollen. Aber Gleichberechtigung bedeutet, dass alle Geschlechter die freie Wahl haben sollten, ihre Vereinbarkeits- und Jobmodelle so zu konstruieren und auszuleben, wie sie es wirklich wollen.“

Nicole Stroth

Nicole Stroth ist Redakteurin bei Don Bosco Medien, Mutter von Zwillingen und lebt mit ihrer Familie in München.

Cover Medientipp

„Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!“ von Alexandra Zykunov (Ullstein, € 10,99)


Roman

Fesselnde Familientragödie

Je länger die Pandemie andauert, desto mehr sehne ich mich nach Geschichten und Bildern, die mein Fernweh mildern und mich in andere Teile der Welt führen. Der fesselnde Roman von Chigozie Obioma vermag dies. Schon nach wenigen Seiten ist man Teil von Benjamin und seinen vielen Brüdern, die in der nigerianischen Stadt Akure leben. Doch schon nach kurzer Zeit verdüstert eine Prophezeiung das Leben der Brüder. Der Älteste verändert sich, kapselt sich ab, und hilflos steht man mit Benjamin am Rande uns sieht zu wie die einst stolze Familie an einem tragischen Ereignis zerbricht.

Die Sprache ist einfach, aber intensiv, es gibt viele Redewendungen in den beiden nigerianischen Sprachen Yoruba und Igbo. Auch die Geschichte Nigerias in den 90er Jahren spielt immer wieder eine Rolle, die Zeit war voller politischer Unruhen. Trotzdem bleibt es ein Familienroman, der mir das größte afrikanische Land wieder ein Stückchen näher brachte und sich gut in die Tradition großer nigerianischer Erzähler einreiht – die in den letzten Jahren zu Recht viel Aufmerksamkeit und Preise gewonnen haben.

Insbesondere die Themen Trauer und Gewalt sowie die zerstörerische Kraft von Aberglaube und schwarzer Magie haben mich gefesselt. Aber es thematisiert auch die Urangst von (uns) Eltern, wie leicht einem die eigenen Kinder entgleiten können und wie scheinbar nur ein Wimpernschlag des Schicksals das Leben durcheinanderwirbelt. Am Ende fühlte ich mich auf dem Kölner Sofa seltsam getröstet von der Wärme des Buches ungeachtet seiner dramatischen Wendungen.

Ulla Fricke

Ulla Fricke hat zwei Töchter und lebt in Köln. Sie liest leidenschaftlich gerne und wäre fast Buchhändlerin geworden. In der Leitung von Don Bosco Mission Bonn ist sie für Kommunikation, Bildung und Freiwilligendienst zuständig.

"Der dunkle Fluss" von Chigozie Obioma (Aufbau Verlag, € 11,00)


Ratgeber

Strategien zur Krisenbewältigung

Eine schlimme Krankheit, Jobverlust, der plötzliche Tod eines geliebten Menschen. Auf alles vorbereitet zu sein, was das Leben vielleicht noch bereithält, ist unmöglich. Aber es könnte für den Fall der Fälle helfen, sich schon vorher mal Gedanken über mögliche Wege aus der Krise gemacht zu haben. Eine Hilfe dazu gibt Tita Kern mit „Wenn das Leben kippt“.

Das Buch lädt ein, sich mit den eigenen Strategien zur Stressbewältigung auseinander zu setzen: Bin ich der Typ, der erst mal gelassen bleibt? Jemand, der am liebsten selbst alles in die Hand nimmt? Oder setze ich im Notfall auf ein Netzwerk an vertrauten Menschen? Die Autorin hat einen Kompass mit den Polen Verbundenheit und Eigenständigkeit, Entschlossenheit und Geborgenheit entwickelt. Mit Hilfe von Gedankenspielen kann man sich darauf verorten und die eigenen Notfall-Mechanismen besser kennen lernen. Gleichzeitig gibt Tita Kern auch Anregungen dazu, neue Strategien zu entwickeln, wenn in einer Krise die üblichen Notfall-Mechanismen nicht mehr ausreichen.

Und noch etwas gehört für Tita Kern zur Krisenfestigkeit: Selbstfürsorge. Gerade als Eltern sind wir es gewohnt, uns ständig um andere zu kümmern und für unsere Kinder auch in Notfallsituationen stark zu sein. In „Wenn das Leben kippt“ finden sich Tipps, wie Mütter und Väter es schaffen können, die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren und zu merken wann sie selbst Hilfe brauchen.

Wie gut ich eine Lebenskrise bewältigen kann, weiß ich vermutlich erst, wenn sie mich trifft. Aber sich mit vorab schon mit Strategien zur Krisenbewältigung beschäftigt zu haben, kann ja nicht schaden. Auf jeden Fall lernt man dabei eine ganze Menge über sich selbst.

Claudia Klinger

Claudia Klinger ist Redakteurin des Don Bosco Magazins und schreibt gerne über Themen rund um Familie und soziale Gerechtigkeit. Sie ist Mama von drei Jungs.

"Wenn das Leben kippt. Ein hilfreicher Kompass für Eltern in Lebenskrisen" von Tita Kern (Kösel Verlag, € 20,00)


Podcast

Fünf-Minuten Geschichten für mehr Menschlichkeit

Es sind kleine Geschichten aus dem Alltag. Nichts, worüber Medien berichten, unspektakuläre Begebenheiten eigentlich. Aber gerade diese kleinen Geschichten zeigen viel von dem, was unser Leben reich und lebenswert macht.

Im Podcast „My Unsung Hero“ erzählen Menschen, die in eine Notlage geraten sind, was und vor allem wer sie aus dieser Situation gerettet hat. Eine Frau spricht darüber, wie sie als Achtjährige plötzlich alleine am Flughafen saß und eine fremde Frau ihr half. Ein Paar, das mitten in der Nacht mit seinem Auto auf einem Highway in Alaska strandete, wurde von anderen aufgelesen und mitgenommen. Eine Studentin, die einsam in der Bibliothek saß, erhielt von einem Kommilitonen ein besonderes Geschenk. Es sind bewegende Schilderungen über ungerühmte Helden, Geschichten, die Hoffnung machen und Kraft geben – und dazu einladen, selbst anzupacken, wenn jemand Hilfe braucht.

Gehostet wird der Podcast von dem US-amerikanischen Journalisten und Autor Shankar Vedantam, der vor allem durch „Hidden Brain“, seinen Podcast zu sozialwissenschaftlichen Themen, bekannt geworden ist. Jede Folge von „My Unsung Hero“ dauert nur etwa fünf bis sieben Minuten. Der Podcast ist auf Englisch, sodass man nebenbei auch etwas für seine Sprachkenntnisse tun kann.

Christina Tangerding

Christina Tangerding ist freie Journalistin und lebt mit ihrer Familie in München. Sie liebt Podcasts, seit sie im ersten Corona-Lockdown die ersten für sich entdeckt hat.

"My Unsung Hero" von Shankar Vedantam (unter anderem auf Spotify)


Sachbuch

Besser streiten

Debatten und Kommentarspalten haben mich in den vergangenen Monaten häufig frustriert. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass aneinander vorbeigeredet wurde oder schlicht Totschlagargumente und Beleidigungen ausgetauscht wurden. Angenehm unaufgeregt, sachlich und mit einer ordentlichen Prise Humor kommt dagegen das neue Buch von Mai Thi Nguyen-Kim „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ daher.

Die Wissenschaftsjournalistin und Produzentin des YouTube-Kanals maiLab hat sich darin das Ziel gesetzt, die aktuelle Forschungslage zu unterschiedlichen kontroversen Streitfragen zu analysieren und vorzustellen. Von der Legalisierung von Drogen über die Gender Pay Gap, die Erblichkeit von Intelligenz bis zur Sicherheit von Impfungen. Themen, mit denen früher oder später auch Eltern in Berührung kommen können.

Dabei gelingt es der Autorin mit anschaulichen Beispielen die wissenschaftlichen Methoden und Ergebnisse auch für Nicht-Fachleute verständlich zu machen und verbreitete Missverständnisse aufzuklären. Mai Thi Nguyen-Kim zeigt dabei deutlich, welche Aussagen gut belegt sind und wo die Grenzen der wissenschaftlichen Studien liegen, wo also verschiedene Meinungen völlig legitim sind.

Mich beeindruckt, wie sich Mai Thi Nguyen-Kim gelassen und kontinuierlich dafür einsetzt, die Diskussionen sachlicher und damit besser zu gestalten. Das zeigt sich in ihrem Buch und auch in ihren Videos. Mich ermutigt sie durch ihre Analysen mitzudiskutieren – sachlich, informiert und konstruktiv.

Martina Edenhofer ist Pastoralbeauftragte im Salesianum und lebt im Münchner Umland. Neben der Theologie taucht sie auch gerne in Krimis und historische Geschichten ein.

"Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit. Wahr, falsch, plausibel - die größten Streitfragen wissenschaftlich geprüft" von Mai Thi Nguyen-Kim (Droemer HC Verlag, € 20,00)


Ratgeber/Humor

Lachen gegen den Wellnesszwang

Ungestresst und tiefenentspannt – so wäre ich gerne viel öfter. Nur leider steht meistens so viel auf der innerlichen To-do-Liste, dass der Punkt „Muss mich entspannen“ ganz nach unten rutscht. Wenn dann noch andere davon erzählen, dass sie regelmäßig Sport machen, tollen Hobbies nachgehen oder Wellnesstage einlegen, frage ich mich immer, was ich eigentlich falsch mache.  

Wenn Entspannung zur Lifestyle-Pflicht wird, macht das alles nur noch anstrengender. Auf dieser Erkenntnis baut das Buch „Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga“ auf und gibt einem das wunderbare Gefühl, nicht die einzige zu sein, die das mit der Wellness per Knopfdruck nicht hinkriegt. Sabine Bode erzählt mit echtem Haudraufhumor von Erlebnissen und Erfahrungen rund um das Entspannt-sein-Müssen – manchmal etwas zu überdreht, aber meistens echt lustig und genau deswegen äußerst entspannend!

Claudia Klinger

Claudia Klinger ist Redakteurin des Don Bosco Magazins und schreibt gerne über Themen rund um Familie und soziale Gerechtigkeit. Sie ist Mama von drei Jungs.

Cover Lassen Sie mich durch ich muss zum Yoga

"Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga" von Sabine Bode (Goldmann Verlag, € 14,00)


Sachbuch

Lesestoff mit Checker Tobi

Seit zehn Jahren versorgen die Checker Can, Tobi und Julian Kinder im Fernsehen mit Einblicken in alles, was sie interessiert. Antworten auf Fragen wie „Woher kommt die Wut?“, „Ist Schadenfreude okay?“ und „Was ist Depression?“ finden Familien jetzt auch im ersten Band der der neuen Checker-Tobi-Buchreihe mit dem etwas sperrigen Titel „Der große Gefühle-Check: Freude, Wut, Traurigkeit: Das check ich für euch!“.

Neben den Themen im Titel geht es auch um Ekel, Angst, Überraschung und Liebe. Im Stil der TV-Sendung untersucht Checker Tobi sie nach und nach anhand einzelner Fragen und liefert so häppchenweise Informationen, ohne dabei banal zu sein. Auch kleine Exkurse, die man in diesem Band nicht sofort vermutet, finden Platz. So geht es auch um Cyber-Mobbing, Schimmel und das Trojanische Pferd.

Die Seiten sind locker und für Kinder ansprechend mit passenden Illustrationen und Fotos gestaltet, wirken aber nicht überladen. Wer bereits viele Folgen gesehen hat, wird auch einige Bilder wiedererkennen. Wenn es schwierig wird, taucht Roboter Roberta auf und erklärt verständlich Fachbegriffe. Und immer wieder finden sich auflockernde Elemente wie Witze, ein Spiel oder ein Mandala zum Ausmalen. Autor Gregor Eisenbeiß, der Checker Tobi und Roberta in diesem Buch die Worte in den Mund legt, hat auch beim Texten ganze Arbeit geleistet. Ganz im Stil der Sendung ist die Sprache gut verständlich und nah an der Lebenswelt der Kinder.

„Der große Gefühle-Check“ ist kein Buch, das Kinder unbedingt auf einmal lesen müssen. Durch seine Fülle an Informationen und Einblicken ebenso wie die häppchenweise Aufbereitung bietet es sich auch dazu an, es immer wieder hervorzuholen und neue Abschnitte zu entdecken. Kinder, die Checker Tobi mögen und gerne selbst lesen, werden mit der Reihe ihre Freude haben.

Christoph Sachs ist Redakteur bei Don Bosco Medien und lebt in München. Neben dem Schreiben backt er leidenschaftlich gerne Brot, fotografiert und vertieft sich mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Brettspiele.

"Checker Tobi - Der große Gefühle-Check: Freude, Wut, Traurigkeit – Das check ich für euch!" von Checker Tobi und Gregor Eisenbeiß (cbj Kinderbuch Verlag, € 12,00)