Meine Zeit bei den Salesianern Don Boscos in Buxheim

Alfred Roßmadl: „Die Schule war eine Heimat für mich“

Von 1984 bis zum Abitur 1993 besuchte Alfred Roßmadl das Gymnasium Marianum und das Tagesheim der Salesianer im schwäbischen Buxheim. Der 48-jährige Produktmanager ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er unterstützt die Schule bis heute.

veröffentlicht am 03.08.2021

Wenn ich an meine Zeit in Buxheim denke, fallen mir so viele Geschichten ein. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich erinnere mich an die Videogruppe, mit der wir einmal nach München zur Fernsehaufzeichnung von „Live aus dem Schlachthof“ gefahren sind. Wir hatten eine Kamera dabei und ich durfte den Moderator Werner Schmidbauer interviewen. Ich denke an das Maria-Hilf-Fest jedes Jahr im Mai, bei dem nach der Ansprache des Direktors in der Aula alle Schülerinnen und Schüler eine Nussschnecke bekommen haben. Oder unser Abiturstreich! Wir haben im Schulhaus übernachtet und alle Eingangstüren verrammelt. Am nächsten Morgen ist keiner reingekommen. An Unterricht war nicht zu denken. Für die Lehrer hatten wir Aufgaben vorbereitet, die sie lösen mussten.

Auch an den Tag, an dem ich als Fünftklässler zum ersten Mal durch das große Tor auf das Gelände gegangen bin, erinnere ich mich genau. Alles war neu für mich. Aber schnell war klar: Diese Schule ist eine Heimat für mich. Der Zusammenhalt in der Klasse war einmalig. Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht, so viel zusammen erlebt. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Mit den Patres, Lehrern und Erziehern konnte man sehr gut diskutieren. Sie wollten, dass wir uns kritisch mit Themen auseinandersetzen. Egal, womit wir bei ihnen ankamen, sie haben uns immer ernstgenommen.

Die Schule war fortschrittlich und visionär

In meinem Beruf muss ich versuchen, andere für Projekte zu motivieren, muss verschiedene Menschen und Disziplinen zusammenbringen. Damit das gelingt, muss man Freude und Begeisterung ausstrahlen und die anderen mitziehen. Das ist etwas, was ich vom Marianum in Buxheim mitgenommen habe. Denn diese Freude und dieses Miteinander wurden hier gelebt. Auch mein Familienleben ist von der Zeit bei Don Bosco geprägt. Meine Frau und ich versuchen bei der Erziehung unserer Kinder, zu überlegen und zu reflektieren, was wir machen und wie wir es machen. Wir versuchen, ihnen Leitplanken zu geben, innerhalb derer sie leben und sich entwickeln können. Wenn sie zu weit nach links oder rechts kommen, sagen wir, hier müsst ihr aufpassen.

Dass die Salesianer aus Buxheim weggegangen sind, hat mir das Herz gebrochen. Die Schule war so fortschrittlich, hier wurde so viel aufgebaut und vorangebracht. Sie war visionär. Aber so ist der Lauf der Zeit. Der Geist Don Boscos soll natürlich an der Schule bewahrt werden. Dazu versuchen auch wir vom Freundeskreis Marianum Buxheim einen Teil beizutragen.  


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