Schwierige Aufgabe
Trennung: Wie sagen wir es unseren Kindern?
Mit den eigenen Kinder über die Trennung zu sprechen, ist keine einfache Aufgabe. Je ruhiger und sicherer die Eltern sind, desto besser können sie den Kindern die notwendige Orientierung geben. Tipps von unserem Kooperationspartner „elternbriefe“.
veröffentlicht am 03.03.2026
„Nun steht fest, dass mein Mann und ich uns trennen. Wir schaffen es sogar halbwegs im Guten. Doch wir sind in großer Sorge um unseren Sohn (7 Jahre) und unsere Tochter (5 ½ Jahre). Wie können wir es Felix und Ida sagen, ohne sie zu sehr zu belasten?“
Sara, 35
Ein solches Gespräch ist keine leichte Aufgabe. Umso wichtiger ist es, sich gut darauf vorzubereiten. Je ruhiger und sicherer Sie als Eltern sind, desto besser können Sie Ihren Kindern die notwendige Klarheit und Orientierung geben. Sofern das für Sie machbar ist, informieren Sie Ihre Kinder am besten gemeinsam über die Trennung. So wird klar, dass Sie beide die Entscheidung tragen.
Passenden Ort wählen
Wählen Sie für das Gespräch einen Ort, an dem sich alle Familienmitglieder wohlfühlen. Für viele Familien ist das der eigene Wohnraum. Dort kann sich jede und jeder bei Bedarf zurückziehen. Verlässt ein Kind das Zimmer, kann eine:r von Ihnen beiden mitgehen und gucken, was es gerade braucht.
Vertrauenspersonen hinzubitten
Vielleicht unterstützt es Felix und Ida, wenn vertraute Menschen während des Gesprächs in der Nähe sind. Zum Beispiel die Großeltern, enge erwachsene Freund:innen oder die Patin. Ob die Person sich in einem anderen Raum aufhält, später dazu kommt oder Sie sie gemeinsam besuchen – all das können Sie im Vorhinein planen. Seien Sie offen für das, was Ihre Kinder brauchen.
Wichtige Infos geben
Die Begründung für Ihre Trennung darf kurz und knapp gehalten sein. Details und Rechtfertigungen gehören nicht in das Gespräch. Viel wichtiger für Ihre Kinder sind folgende Informationen:
- Ihr seid nicht schuld an der Trennung.
- Wir lieben euch und werden immer eure Eltern bleiben.
- Die Trennung ist eine Sache von Mama und Papa: Ihr könnt weder etwas dafür noch dagegen tun.
- Wir bleiben eine Familie.
Kinder reagieren unterschiedlich
Ein sicherer Rahmen hilft Ihren Kindern, mit der Situation zurechtzukommen. Achten Sie gut auf die Reaktionen von Felix und Ida. Kinder gehen mit einer solchen Nachricht sehr unterschiedlich um: Manche verleugnen oder verstehen sie zunächst nicht, andere sind tief traurig und weinen, wieder andere zeigen Wut oder Aggressionen, weil sie sich hilflos oder ungerecht behandelt fühlen. Meist signalisieren Kinder sehr genau, ob sie zunächst etwas Ruhe brauchen, um die Nachricht zu verdauen – oder ob sie direkt mehr wissen wollen. Je nachdem, wie Ihre Kinder sich verhalten, können Sie mit ihnen auch über einige Entscheidungen rund um die Trennung sprechen. Beispielsweise: Wohnen Sie als Eltern erst einmal weiter zusammen? Oder zieht Mama oder Papa demnächst aus?
Genug Zeit einplanen
Für manche Kinder ist es gut, wenn ihre Meinung gefragt ist und sie aktiv mitgestalten dürfen. Andere wiederum kann genau dies überfordern. Gehen Sie auf die jeweiligen Bedürfnisse ihrer Kinder ein. Dazu gehört auch, sich in den Wochen nach dem Gespräch viel Zeit für die beiden zu nehmen: Um ihre Fragen zu beantworten, die Situation zu erklären und ihnen so Sicherheit und Orientierung zu geben. Helfen kann auch, wenn die Menschen in Ihrem näheren Umfeld Bescheid wissen. Dann können sie einfühlsam reagieren, wenn Felix und Ida – oder auch Sie selbst – Unterstützung brauchen.
Text: Sabine Maria Schäfer, Erziehungsberaterin, systemische Familientherapeutin und „Kess-erziehen“-Kurs-Referentin
Dieser Beitrag auf elternbriefe.de
„elternbriefe du + wir“ ist eine Initiative der katholischen Kirche. Mehr unter elternbriefe.de




