Was wirklich zählt

Urlaub mit Kindern: Tolle Ideen für kleine Budgets

Andere Familien machen große, teure Urlaubsreisen. Die eigenen Kinder wünschen sich das auch. Aber was, wenn das finanziell nicht drin ist? Wie Eltern mit dieser Situation umgehen können, erklärt unser Kooperationspartner „elternbriefe“.

veröffentlicht am 02.06.2026

„Bald sind Sommerferien und meine Kinder (6 und 8 Jahre) schmieden schon Urlaubspläne. Sie wünschen sich einen All-inclusive-Urlaub wie ihre Freundinnen und Freunde ihn machen – am liebsten eine Flugreise. Wegen unserer finanziellen Situation kann ich mir so einen Urlaub nicht leisten. Oft habe ich deshalb ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, meinen Kindern nichts bieten zu können.“
Tamara, 43

Es ist verständlich, dass Sie sich unter Druck gesetzt fühlen, Ihren Kindern „etwas bieten“ zu müssen. Gerade dann, wenn Ihre Kinder begeistert von den kostspieligen Urlauben anderer Familien erzählen. Doch hinter dem Wunsch, „teuer“ zu verreisen, steht womöglich nicht das Reiseziel an sich, sondern soziale Grundbedürfnisse Ihrer Kinder: Sie möchten gleiche Erlebnisse mit ihren Freundinnen und Freunden teilen, um sich zugehörig, wichtig und anerkannt zu fühlen.

Beziehungen gestalten

Im Elternkurs Kess-erziehen geht man davon aus, dass Kinder – wie auch Erwachsene – bestimmte soziale Grundbedürfnisse haben: Sie möchten dazugehören, sich geliebt fühlen, wichtig sein, Bedeutung haben, sich fähig fühlen, Einfluss nehmen, sich geborgen und sicher fühlen. Diese Grundbedürfnisse spielen im Leben eine große Rolle – bei den Kindern untereinander und noch viel mehr im Familienalltag. Beachten Eltern die sozialen Grundbedürfnisse ihrer Kinder, entsteht eine gute Beziehung. Kinder kooperieren eher, entwickeln soziale Fähigkeiten und können besser mit Gefühlen und Herausforderungen umgehen.

Unvergessliche Urlaube

Ob ein Familienurlaub als schön oder cool erlebt wird, hängt nicht am Reisepreis oder der Entfernung des Reiseziels. Viel mehr kommt es auf die „Qualität“ der Zeit an, die Sie als Eltern mit Ihren Kindern verbringen. Und das ist keine Frage des Geldbeutels. Auch mit einem kleinen Budget können Sie unvergessliche Urlaube schaffen – und dabei ganz bewusst auf die sozialen Grundbedürfnisse Ihrer Kinder eingehen:

  • Erklären Sie kindgerecht die (finanziellen) Grenzen: Das Budget, die maximale Entfernung der (Ausflugs-)Ziele, die Anzahl der Übernachtungen, die Sie sich leisten können … Nennen Sie dabei auch Ihre Anliegen: Action? Erholung, Ruhe und Entspannung? Oder alles, jeweils an unterschiedlichen Tagen? Damit vermitteln Sie: „Ich beziehe euch ein, ihr seid mir wichtig.“
  • Auch vor der eigenen Haustür gibt es viel zu entdecken. Überlegen Sie gemeinsam: Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Nähe? Wo finden wir abenteuerliche Wanderwege? In welchen Gewässern kann man kostenlos baden? Welche Bauernhöfe kann man besichtigen? – Oder wie wäre es mit einer Nachtwanderung, Zelten unterm Sternenhimmel, einer Fahrradtour mit Schatzsuche, einem Morgenspaziergang mit Sonnenaufgang … Sammeln Sie alle Ideen – auch wenn sie auf den ersten Blick abwegig scheinen. So erfahren Sie, was Ihren Kindern besonders wichtig ist – und zeigen ihnen damit: „Ich interessiere mich für euch, ihr dürft mitbestimmen.“ Kinder genießen gemeinsame Unternehmungen umso mehr, wenn sie dabei mitentscheiden dürfen.
  • Auch gemeinsame Projekte wie ein Futterhäuschen für Vögel zu bauen oder ein Zimmer umzugestalten, Fotoalben ganz „altmodisch“ zu kleben, stärken die Verbundenheit. Kinder fühlen sich fähig – und erleben dabei: „Ich kann was und gemeinsam schaffen wir viel.“

Grundbedürfnisse beachten 

Fühlen sich Kinder – und auch Erwachsene – in ihren sozialen Grundbedürfnissen gesehen und beachtet, kann jedes gemeinsame Urlaubserlebnis – egal wo – ein ganz besonderes werden. Nicht jede Familie kann Fernreisen finanzieren. Doch jede Familie kann Beziehung gestalten. Und darauf kommt es an.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen erlebnisreiche und erholsame Urlaubstage!

Text: Sebastian Wurmdobler, Gemeindereferent und Kess-erziehen-Kursleiter

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