Liturgie
Erstkommunion – So läuft der Gottesdienst ab
Der Gottesdienst zur Erstkommunion läuft ähnlich ab wie ein normaler Sonntagsgottesdienst. Besondere Elemente machen den Glauben für Kinder erfahrbar. Oft werden die Erstkommunionkinder und ihre Familien bei der Gestaltung einbezogen.
veröffentlicht am 25.09.2026
Der Ablauf des Gottesdienstes
Eröffnung
Die Erstkommunionkinder ziehen zusammen mit dem Priester und den Ministrantinnen und Ministranten feierlich in die Kirche ein. Meist erklingt dazu Musik oder die Gemeinde singt ein Lied.
Der Priester begrüßt die Gemeinde und macht das Kreuzzeichen.
Es folgen das allgemeine Schuldbekenntnis, das Kyrie (Herr, erbarme dich), das Gloria (Lob Gottes) und ein Gebet.
Wortgottesdienst
Zur Lesung werden ein oder zwei Texte aus der Bibel, also dem Wort Gottes, vorgelesen.
Vor dem Evangelium stehen alle auf und singen einen Halleluja-Ruf. Der Priester oder der Diakon liest eine Stelle aus einem der vier Evangelien (übersetzt: Gute Nachricht, Frohe Botschaft) in der Bibel vor. Dann setzt sich die Gemeinde wieder.
In der Predigt spricht der Priester darüber, was die biblischen Texte für das Leben der Menschen heute bedeuten können.
Im Glaubensbekenntnis bekennen die Gläubigen ihren Glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Bei den Fürbitten betet die Gemeinde für bestimmte Anliegen der Menschen, der Kirche und der Welt. Meistens werden die Fürbitten nicht vom Priester, sondern von einer oder mehreren anderen Personen vorgetragen. Die Gemeinde antwortet mit einem Ruf wie „Wir bitten dich, erhöre uns“.
Eucharistiefeier
Die Eucharistiefeier besteht aus der Gabenbereitung, dem eucharistischen Hochgebet und der Kommunion.
Bei der Gabenbereitung bringen die Ministrantinnen und Ministranten, manchmal auch andere ausgewählte Personen, Brot und Wein zum Altar. Zugleich wird Geld für die Bedürfnisse der Kirche oder einen sozialen Zweck gesammelt. Meistens singt die Gemeinde währenddessen ein Lied oder es wird ein Musikstück gespielt. Zum Abschluss spricht der Priester das Gabengebet.
Das Hochgebet ist das zentrale Element der Messfeier. Die Gläubigen singen das Sanctus (Heilig). Bei der Wandlung bittet der Priester darum, dass der Heilige Geist Brot und Wein zu Leib und Blut Christi wandelt. Oft knien die Gläubigen während der Wandlung. Das Hochgebet endet mit einem Lobpreis.
Vor dem Kommunionempfang sprechen zunächst alle gemeinsam das Vaterunser, das Gebet des Herrn. Es folgen das Friedensgebet und der Friedensgruß. Anschließend bricht der Priester das Brot und die Gemeinde betet das Agnus Dei (Lamm Gottes). Im Anschluss lädt der Priester zur Kommunion ein. Die Gläubigen gehen nach vorne und empfangen den Leib Christi in Form der konsektrierten (geweihten) Hostie: Der Priester zeigt jedem und jeder Gläubigen die Hostie und sagt „Der Leib Christi“. Der oder die Gläubige sagt „Amen“ und isst die Hostie. Zur Kommunionausteilung kann ein Lied gesungen oder Musik gespielt werden. Nach einer Zeit in Stille spricht der Priester ein Gebet.
Abschluss
Wenn es Mitteilungen aus der Gemeinde gibt, können sie an dieser Stelle verkündet werden.
Der Priester segnet die Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer.
Nach dem Entlassungsruf „Gehet in Frieden“ und der Antwort „Dank sei Gott, dem Herrn“ zieht der Priester mit den Ministrantinnen und Ministranten in die Sakristei. Meist erklingt währenddessen noch ein Musikstück.
Besondere Elemente für Kinder und Familien
Mitgestaltung
Bei vielen Erstkommunionfeiern gestalten die Kinder den Gottesdienst aktiv mit. Sie wirken beispielsweise bei der Begrüßung mit, formulieren Kyrie-Rufe, schreiben Fürbitten und tragen sie vor, bringen die Gaben zum Altar oder sprechen einen Dank-Text. Auch Rollenspiele oder Lieder mit Bewegungen werden manchmal von den Kindern eingebracht. Die Erstkommunionkerzen werden üblicherweise im Altarraum aufgestellt.
Sitzordnung
Besondere Gestaltungselemente können auch sein: Die Kinder sitzen statt in den Kirchenbänken gemeinsam an einem Tisch im Altarraum. Beim Vaterunser bilden die Kinder mit dem Priester und ggf. weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern einen Kreis um den Altar. Auch Eltern, Geschwister, Patinnen und Paten oder Großeltern werden häufig mit eingebunden, zum Beispiel indem die Eltern die Kinder segnen oder Familienangehörige beim Vaterunser mit den Kindern im Altarraum stehen.
Motto
Häufig wird der Gottesdienst wie auch die gesamte Erstkommunionvorbereitung unter ein Motto gestellt. Vielfach werden dafür von den Gemeinden spezielle Materialien zur Verfügung gestellt. Beliebte Themen sind unter anderem „Kommt her und esst“, „Du gehst mit“, „Jesus, das Brot des Lebens“, „Das ist mein Leib für Euch“ oder „Ihr seid das Licht der Welt“. Passende Symbole, die dann auch bei der Gottesdienstgestaltung aufgegriffen werden können, sind unter anderem Brot, Licht/Kerzen, Regenbogen, Fische, Fußspuren, Schatzkisten, Weinreben oder Wasser.
Predigt
Die Predigt wird in manchen Gemeinden als Gespräch gestaltet. So kann es sein, dass Gegenstände das Evangelium erklären und erlebbar machen. Der Priester stellt den Kindern Fragen. Seelsorgende und Kinder legen gemeinsam ein Bodenbild. Auch eine Schatzkiste oder große Bilder oder Plakate können zum Einsatz kommen.
Musik
Statt den Gottesdienst ausschließlich mit Orgelmusik und Liedern aus dem kirchlichen Gesangbuch musikalisch zu gestalten, werden oft auch andere Instrumente und Lieder ausgewählt. Vielleicht singt der Kinder- oder Jugendchor moderne geistliche Lieder, möglicherweise spielt eine Band. Auch Mitmachlieder mit Bewegungen sind beliebt.






