Erinnerungstage

Was Allerheiligen und Allerseelen für Familien bedeuten

Am Fest Allerheiligen am 1. November gedenken wir der Heiligen der katholischen Kirche. Allerseelen am 2. November führt uns zur Begegnung mit den Verstorbenen unserer Familie. Ein Beitrag unseres Kooperationspartners "elternbriefe".

veröffentlicht am 22.10.2021

Familie ist Gold wert, unersetzlich! In guten wie in schweren Zeiten sind es vor allem unsere Angehörigen, mit denen wir reden und die wir um Hilfe bitten können. Großeltern sind ganz wichtig für die junge Familie, und wer weit entfernt von den Eltern (und Geschwistern) lebt, wird sie oft schmerzlich vermissen.

Wir stehen in einer Reihe mit unseren Ahnen

So geht es uns auch mit unseren lieben Verstorbenen. Wir stehen in einer Reihe mit unseren Ahnen, tragen die Gene unserer Eltern in uns: »Ganz der Papa!« oder »Den frechen Blick hat sie von dir!« Manchen ist das Erbe buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Wie das alltägliche Miteinander gestaltet wird, das erlebe ich als erstes in der eigenen Ursprungsfamilie. Jede Familie hat eigene Traditionen. Und das Miteinander der Generationen ist spannend, manchmal auch anspannend, mitunter konfliktreich. Jede/r Einzelne trägt auch kleinere oder größere Wunden aus der Kindheit mit sich. All das bringe ich in meine (neuen) Beziehungen mit ein.

Den eigenen Weg finden

In der – manchmal schmerzlichen – Auseinandersetzung mit anderen kann ich daran wachsen und meinen eigenen Weg finden und gehen. Ich bin einmalig, einzigartig als Person, mit meiner Lebensgeschichte – die so, wie sie ist, für mich stimmig ist! Beide Aspekte gehören zusammen: Eigen, individuell, besonders sein und gleichzeitig in Gemeinschaft stehen – in der Tradition der Vorfahren einer Familie, eines Landes, einer Glaubensgemeinschaft. Wir alle sind Kinder Gottes, das verbindet uns. Und gleichzeitig ist jede/r beim eigenen Namen gerufen, herausgefordert, die eigene Berufung zu leben – so wie die Heiligen und Seligen.

Heilige als Vorbilder

Meist hatten sie kein leichtes Leben, zweifelten und mussten kämpfen – wie auch wir manchmal. Heilige hörten nicht auf, mit Gott und ihren Nächsten zu ringen, suchten nach dem, was heilsam und entscheidend ist im Leben, gingen ihren ganz eigenen Weg – auch gegen Widerstände. Sich Heilige zum Vorbild nehmen heißt, genauso seinen Weg zu gehen, im Wissen, dass ich von Gott geliebt bin und dass ich so, wie ich bin, richtig, notwendig und unersetzlich bin – für meine Kinder, für meine Partnerin, meinen Partner, für meine Eltern, für die Gemeinschaft der Kirche und der Welt. »Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, wohin dein Weg dich auch führt!«, ermutigt uns die Bibel. In diesem Vertrauen kann ich meiner Wege gehen – mal krumm, mal gerade, mal aufwärts, mal abwärts – in dem Wissen, ich bin nicht allein auf diesem Weg!

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