Weihnachtsgeschichte

Jesus wird geboren

Auf Anordnung des Kaisers Augustus müssen Maria und Josef nach Betlehem reisen. Dort wird einem alten Stall Jesus geboren. Engel stimmen ihr Loblied an, Hirten kommen, um Jesus zu huldigen. Die biblische Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2,1-20.

veröffentlicht am 06.12.2021

Tagelang sind die beiden Reisenden schon im Gebirge unterwegs. Maria erwartet ein Kind. Und Josef, ihr Mann, ist unruhig. Jeden Tag kann es geboren werden. Da wären sie lieber zu Hause geblieben.
Doch der Befehl des Kaisers lautete: Jeder gehe in seine Geburtsstadt. Auf diese Weise will der Kaiser die Menschen in seinem Reich zählen. Anschließend kann er dann seine Steuereinnahmen berechnen.

Ausgerechnet jetzt, da die Geburt für Maria kurz bevorsteht, müssen sich nun beide nach Betlehem auf den Weg machen. Aus dem Norden des Landes bis in den Süden ist eine lange Reise für eine schwangere Frau. Zuerst hatte Josef geschimpft und gesagt: Wir gehen nicht. Aber die römischen Soldaten passen auf, dass jeder dem Befehl gehorcht. Immer wieder schaut Josef seine Frau an. Er macht sich Sorgen um sie und um das Kind.

Endlich kommen sie in Betlehem an. Es ist schon Abend. Die meisten Menschen schlafen bereits. Wo sollen sie jetzt noch eine Herberge finden? Maria ruht sich am Brunnen aus. Josef klopft an einige Haustüren. Aber entweder schlafen die Bewohner schon fest oder wollen so spät keine Gäste mehr aufnehmen.

Im Stall haben sie wenigstens ein Dach über dem Kopf

Dann aber hat Josef doch Glück. Das Haus ist zwar voll, aber der Mann bietet ihm einen Platz in den Stallräumen an. Da können sie die Nacht bleiben. Die beiden sind froh, wenigstens ein Dach über dem Kopf zu haben. Und warm ist der Raum auch. Josef legt ein wenig Stroh zurecht und breitet ein Tuch darüber. Maria und Josef schlafen sofort ein.

Mitten in der Nacht weckt Maria ihren Mann. „Ich glaube, das Kind kommt“, sagt sie. Josef begreift erst nicht. „Das Kind kommt“, sagte Maria noch einmal. Josef sieht, wie sich Maria den Bauch hält. Sie  hat Schmerzen. Josef rückt Maria das Stroh und das Tuch zurecht, holt Wasser aus dem Brunnen. Wenn nur alles gut geht, denkt er. Er hat Angst, etwas falsch zu machen oder Maria nicht richtig helfen zu können.

Aber dann hört er den ersten zaghaften Schrei des Kindes. Josef legt das Kind auf Marias Bauch. Es ist so, wie der Engel gesagt hat, bemerkt Maria, ein Junge. Und er soll Jesus heißen. Ob er wirklich ein König sein wird? Plötzlich geht die Tür auf. Maria erschrickt. Ein paar Männer stehen in der Tür. Ihre Gesichter sind mit Bärten zugewachsen. Sie tragen schmutziges Leinen und Fell als Kleidung.

Die Hirten kommen, um den Heiland zu sehen

Ganz vorsichtig kommen die Männer herein. Irgendetwas von Engeln und Licht erzählen sie. Und: Sie wollen den Heiland sehen. Dann knien sie vor Maria und dem Kind. Es wird still im Raum.
Bevor die Männer gehen, lassen sich Maria und Josef noch einmal genau erzählen, was draußen geschehen ist.

"Wir sind Hirten“, berichten die Männer. „Plötzlich wurde es in dieser Nacht ganz hell. Ein Engel ist erschienen, der hat uns gesagt: Heute Nacht ist euch der Retter geboren, hier in Betlehem. Er hat auch beschrieben, wie wir ihn finden können.“

„Dann war die Nacht voller Musik“, ergänzt ein zweiter Hirte. „Von überall her kam Gesang: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat.“ Und ein dritter Hirte fügt nachdenklich hinzu: „Ich stelle mir das so vor: Wenn der Junge groß ist, wird er vielleicht wie ein guter Hirte für die Menschen sein. Und als Hirte wird er darauf achten, dass die Menschen friedlich leben können.“ Schließlich nehmen die Hirten ihre Holzstöcke und gehen leise wieder in die Nacht hinaus.

Maria kuschelt sich an Josef und schaut auf das Kind in ihrem Arm. Er wird ein guter Hirte sein.


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