Gottes Wort

Die Bibel – ein Buch voller Geschichten

Eigentlich ist sie gar kein einzelnes Buch, sondern sie besteht aus mehreren Büchern. Manche nennen die Bibel auch Wort Gottes. Wie sie aufgebaut ist und wie sie entstand – für Kinder erklärt.

veröffentlicht am 21.10.2020

Magst du gern Geschichten hören? Dann hast du bestimmt auch eine Lieblingsgeschichte, die du immer wieder erzählt bekommst. Schöne und spannende, lustige und traurige, alte und neue Geschichten gibt es unzählige, doch in keinem einzigen Buch sind so viele versammelt wie in der Bibel.

Vielleicht gehört ja auch eine Bibelgeschichte zu deiner Hitliste der schönsten Geschichten: z.B. die von Jona im Bauch des Riesenfi schs, von dem kleinen Mann Zachäus, der auf einen Baum kletterte, um Jesus besser sehen zu können oder die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die weit reisten, um das Jesus-Baby in dieser Welt willkommen zu heißen. In der Bibel sind viele hundert solcher Geschichten erzählt. Deshalb ist die Bibel auch ein sehr dickes Buch, viele Geschichten brauchen viel Platz. Außerdem ist die Bibel schon sehr alt, manche Geschichten daraus gab es schon lange, bevor Jesus vor ca. 2 000 Jahren geboren wurde. Andere Geschichten wurden erst nach dem Tod von Jesus aufgeschrieben und erzählen von seinem Leben und von dem, was nach seinem Tod geschah.

Nicht nur einfach ein Buch

Wenn wir eine Bibel aufschlagen und genauer hineinsehen, merken wir: Die Bibel ist gar kein einzelnes Buch, sondern besteht eigentlich aus vielen Büchern. Genauer gesagt: aus 73 Büchern. Vielleicht hast du einmal von den Fünf Büchern Mose gehört oder von den Evangelien, zum Beispiel im Gottesdienst. Das sind solche Einzelbücher, aus denen die Bibel besteht. Wir haben also mit der Bibel nicht nur ein Buch, sondern ein ganzes Bücherregal. Weil man irgendwann einmal alle einzelnen biblischen Bücher zwischen zwei Buchdeckel gepackt hat und dazu „Bibel“ sagte, spricht man von einem Buch. Nicht in jeder christlichen Bibel sind dieselben Bücher enthalten, da gibt es kleine Unterschiede zum Beispiel zwischen katholischen und evangelischen Bibeln, aber die allermeisten Bücher sind in jeder Bibel gleich.

Zwei große Teile

Das Wort „Bibel“ leitet sich von dem griechischen Wort „biblia“ ab, was „Bücher“ bedeutet. Das macht noch einmal deutlich, dass es sich um mehrere Bücher handelt. Der Ausdruck „Buch der Bücher“ meint dies, aber auch die Auffassung, dass die Bibel das wichtigste Buch von allen Büchern ist, weil sie von Gott erzählt.

Die Reihenfolge, in der die vielen Bibelbücher in der Bibel stehen, ist nicht zufällig gewählt. Man würde sonst auch leicht durcheinanderkommen. Es gibt zwei große Teile in der Bibel: das Alte Testament und das Neue Testament. Im Alten Testament ist die Geschichte von Gott und den Israeliten aufgeschrieben, die in der Zeit geschah, bevor Jesus in unsere Welt kam. Im Neuen Testament stehen die Geschichten von Jesus: von seiner Geburt, von seinem Tod und seiner Auferstehung, aber auch Geschichten und Gleichnisse, die er selbst erzählt hat; alles das, was man Evangelium oder „Frohe Botschaft“ nennt. Außerdem enthält das Neue Testament auch die Erzählungen über die Freunde von Jesus aus der Zeit nach seiner Auferstehung und viele Briefe der ersten Christen.

Wie haben die Bibelschreiber die Bibel geschrieben?

Vor 2000 Jahren gab es keinen Computer oder Schreibmaschinen, nicht einmal richtiges Papier. Damals schrieb man mit Federkielen, die man in selbst angerührte Tinte getaucht hat. Papier, wie wir es kennen, gab es nicht. Man schrieb auf Pergamentrollen, das ist ein ganz dünn gewalztes Leder. Vor ungefähr 500 Jahren erfand man eine Maschine, mit der man viel schneller viele Bücher herstellen konnte. Und natürlich gehörte die Bibel zu den ersten auf diese Weise hergestellten Büchern.

Idee

Nimm einen dünnen Zweig und tauche ihn in etwas flüssig angerührte Wasserfarbe. Nun male damit ein Bild. So ähnlich muss es auch damals gewesen sein, als die Schriftsteller der Bibel die Bibeltexte aufgeschrieben haben.


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