Meine Zeit bei den Don Bosco Schwestern in Stams

Beatrix Praxmarer: „Stams war wirklich ein Zuhause“

Den größten Teil ihrer Schulzeit ab Mitte der 1980er Jahre lebte Beatrix Praxmarer in den Internaten der Don Bosco Schwestern in Stams und Innsbruck. Die 44-jährige Sozialpädagogin hat eine 26-jährige Tochter, die als Kind ebenfalls nach Stams kam.

veröffentlicht am 15.01.2021

Ich komme aus einer großen Familie und habe fünf ältere Geschwister. Meine Eltern hatten sich getrennt und daher waren die Familienverhältnisse recht schwierig bei uns. Ich wurde dann zu den Don Bosco Schwestern in Stams geschickt. Für mich war das hier wirklich ein Zuhause – weil ich daheim nicht wirklich ein Zuhause gehabt habe.

Aus diesem Zuhause habe ich Vieles für mich mitnehmen können. Ich habe unendlich viel gelernt, gerade in Sachen Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl. Wir haben so viele Möglichkeiten bekommen, uns zu entwickeln und uns auszuprobieren. In der Theatergruppe, bei den vielen Veranstaltungen und Festen, hat man immer das Gefühl gehabt, es ist toll, was wir machen. Es hat Spaß gemacht und einen Wert gehabt.

Wertschätzung und Toleranz

Für die Aufführungen haben wir immer wahnsinnig viel geprobt. Natürlich ist einem das manchmal ziemlich auf die Nerven gegangen. Aber trotzdem war es schön. Überhaupt hat mir die Art und Weise zu feiern gut gefallen, auch und gerade bei den kirchlichen Festen. Es war nicht so streng katholisch, nicht so ernst wie wenn man in eine normale Kirche geht. Wir haben viel gesungen, der Pfarrer hat auf der Gitarre gespielt. Wir haben mitgestaltet. Es waren richtige Feiern, es war eine Gemeinschaft!

Wenn ich zurückblicke, entdecke ich so viel, was mich geprägt hat: die Gemeinschaft, die Wertschätzung, die Toleranz. Ich habe ganz viele Werte von hier mitgenommen, die heute noch sehr wichtig sind für mich.


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