Kreativ

Spielideen aus der Redaktion für die ganze Familie

Ob modernes Brettspiel, Spiele im Freien oder die Marionette aus der Kindheit – auch die Redakteurinnen und Redakteure des Don Bosco Magazins spielen gerne mit Kindern, Geschwistern und Freunden. Zwölf Empfehlungen für jung und alt.

veröffentlicht am 19.05.2022

Patrizia Czajor empfiehlt: Dobble

Dobble

Bei Dobble gibt es 50 verschiedene Symbole, die auf insgesamt 55 Karten verteilt sind. Bei einer von insgesamt fünf Spielvarianten hat jeder Spieler einen Kartenstapel vor sich und eine Karte liegt in der Mitte. Dann decken die Spieler gleichzeitig eine Karte von ihrem Stapel auf und müssen das eine Element entdecken, das sowohl auf ihrer als auch auf der Karte in der Mitte abgebildet ist. Der Schnellste darf die Karte einheimsen. Es gewinnt, wer am meisten Karten gesammelt hat. Bei uns in der Familie sorgt das Kartenspiel immer wieder für Lacher und aufgrund des Übereifers einiger Mitspieler für einen gewissen Lautstärkepegel.

Dobble (2–8 Personen, ab 6 Jahren, Spieldauer: 15 Minuten, Zygomatic/Asmodee)

Christina Tangerding empfiehlt: das Bücherspiel

Reagl mit vielen Büchern

Eine Person nimmt einen Roman aus dem Regal, zeigt das Cover und liest Titel, Autor und Klappentext vor. Die anderen überlegen sich einen möglichen ersten Satz für das Buch und schreiben ihn auf ihr Blatt. Die Person, die das Buch ausgewählt hat, notiert den echten ersten Satz des Buches. Dann sammelt sie alle Zettel ein, mischt sie und liest, am besten durchnummeriert, die Sätze vor. Am Ende wird abgestimmt: Welcher ist wohl der echte erste Satz? Auf drei zeigen alle mit den Fingern die Nummer des Satzes an, den sie für den richtigen halten. Wer Recht hat, bekommt einen Punkt. Außerdem bekommt jeweils einen Punkt, wer einen anderen in die Irre geführt hat.

Ihr braucht: ein gut gefülltes Bücherregal, Blätter und Stifte, mindestens 3 Personen (ab ca. 10 Jahren, Spielzeit: 5–10 Minuten pro Runde)

Veronika Brandlmayer empfiehlt: Qwixx

Qwixx

Die Spieler würfeln mit sechs bunten Würfeln und versuchen, möglichst viele Zahlen in vier Farbreihen von links nach rechts anzukreuzen. Pro Wurf werden dabei zuerst die Augen der beiden weißen Würfel zusammengezählt, dann kann ein weißer mit einem Farbwürfel kombiniert werden. Doch Vorsicht: Man muss zwar nicht ganz links in einer Reihe beginnen, darf aber die ausgelassenen Zahlen später nicht mehr ankreuzen. Wer am Schluss die meisten Kreuze hat, gewinnt. Besonders gerne spiele ich Qwixx mit meiner Schwester: Weil eine Runde nur etwa 15 Minuten dauert, finden wir eigentlich immer Zeit für ein Würfelduell.

Qwixx (2–5 Personen, ab 8 Jahren, Spielzeit: 15 Minuten, NSV)

Karoline Golser empfiehlt: Kuhhandel

Kuhhandel

Kuh, Gockel, Schwein oder doch lieber das Pferd? Bei diesem Spiel wollen alle möglichst viele Tierquartette bekommen. Jeder bekommt das gleiche Startkapital. Reihum ist nun jeder Spieler einmal Auktionator: Er zieht eine Karte vom Stapel und versucht, „sein“ Tier an den Mann zu bringen. In unserer Familie gibt da die Kuh schon mal den besten Kakao und der Gockel kräht zum Kikeriki die aktuelle Uhrzeit. Schon jetzt heißt es, Bauernschläue an den Tag zu legen und möglichst viele gleiche Tiere zu ersteigern, denn nur ein vollständiges Quartett bringt Punkte! Ist der Stapel aufgebraucht, kommt es zum Kuhhandel. Dir fehlt noch ein Schwein? Dann her mit deinem Gebot! Allerdings kommt das verdeckt auf den Tisch. Gemein, wenn es auch Karten gibt, die „Null“ wert sind. Wer am meisten bietet, bekommt das Tier. Sind alle Tierquartette beieinander, werden die Punkte zusammengezählt. Wer die meisten hat, hat gewonnen.

Kuhhandel (3–5 Personen, ab 10 Jahren, Spieldauer: 45 Minuten, Ravensburger)

Emma Dierkes empfiehlt: Himmel und Hölle

Spiel Himmel und Hölle mit Kreide auf den Boden gezeichnet

Mit Kreide wird ein Spielfeld aus Quadraten auf den Boden gemalt. Die Zahlen 1, 2, 3, 6, 7 und 10 werden übereinander geschrieben, die 4 und 5 links und rechts neben die 3, genauso die 8 und 9 neben die 7. Nun bekommt der Erste einen kleinen Stein oder einen anderen Gegenstand, den er nun auf ein Feld wirft. Dieses darf beim Springen bis zur 10 nicht betreten werden. Auf dem Rückweg wird der Gegenstand wieder aufgesammelt und weitergegeben. Auf die Felder 3 und 4 sowie auf die Felder 8 und 9 wird gleichzeitig getreten, auf die Übrigen wird einbeinig gesprungen. So geht es reihum, bis alle einmal gesprungen sind.

Himmel und Hölle spielt ihr am besten mit 1–4 Personen, sonst wird die Wartezeit lang. Bei zu vielen Mitspielenden könnt ihr einfach ein zweites Spielfeld aufmalen.

Claudia Klinger empfiehlt: Drecksau – Ab in den Matsch!

Drecksau

Jeder Spieler hat mehrere Schweinchen-Karten vor sich liegen. Ziel ist es, die eigenen Schweine dreckig zu machen und die der Mitspieler sauber zu halten. Dazu gibt es verschiedene Aktionskarten, mit denen man ein Schwein verdrecken oder waschen, einen Stall bauen, die Tür verriegeln, den Stall abfackeln oder es regnen lassen kann. Eines der wenigen Spiele, bei denen sich unsere Jungs (fast) nie streiten, weil sie es einfach unglaublich lustig finden – sogar wenn sie selbst verlieren. Und weil es nicht lange dauert, ist meistens noch Zeit für eine Revanche.

Drecksau – Ab in den Matsch! (2–4 Personen, ab 7 Jahren, Spielzeit: 10 Minuten, Kosmos)

Nicole Stroth empfiehlt: Fangenspielen mit einer Marionette

eine Hundemarionette wird von zwei Kinderhänden gehalten

Ein paar Holzelemente und robuste Fäden, brauner Filz, fertig. In seiner Grundschulzeit hat mein Mann eine Hunde-Marionette gebastelt. 40 Jahre später, nach einem Fund auf dem Dachboden, erlebt sie ihr großes Revival. Denn unsere zweijährigen Zwillinge lieben es, wenn die Hunde-Marionette versucht, sie zu fangen. Die beiden sausen kichernd durch die Wohnung – dicht gefolgt von ihrem tierischen Spielgefährten. Manchmal holen sie auch Teller und Schüsseln aus der Kinderküche und die Hunde-Marionette darf sich für die nächste Runde stärken. Dieses Spielzeug hat die Bezeichnung „nachhaltig“ mehr als verdient.

Bei Pinterest, YouTube und über die normale Suchmaschinen-Recherche im Internet findet ihr viele Bastelanleitungen für Marionetten aus ganz unterschiedlichen Materialien. Wie ihr zum Beispiel einen Pinguin basteln könnt, erfahrt ihr hier.

Pater Alfons Friedrich empfiehlt: Skat

Skatkarten

Mein Spieletipp verrät vielleicht meine Herkunft. Es ist ein altes und spannendes Kartenspiel, das uns Brüdern der Vater schon sehr frühzeitig nahegebracht hat. Das geschah nicht ganz ohne Eigensinn, denn unser Vater spielte am liebsten Skat, was in Norddeutschland mit Doppelkopf sehr beliebt ist.

Es ist aber auch ein spannendes Spiel, bei dem es ums Rechnen und Reizen, strategisches Spielen und das Erreichen der magischen 61 Punkte geht. Zu Beginn geht es darum, wer das Spiel bestreitet; dazu reizt man um die unbekannten zwei Karten, die den „Skat“ bilden. Wer diesen bekommt, spielt gegen die anderen zwei Mitspieler und muss am Ende 61 Punkte erreichen.

Wenn man sich mit den Regeln vertraut gemacht hat, heißt es ganz einfach spielen, spielen, spielen! Und wenn man dann erst mal so richtig im Spielen ist, dann fällt es schwer, wieder aufzuhören. Das musste dann immer meine Mutter erfahren, die nie so oft zum Abendessen rufen musste. Ausprobieren und viel Freude erleben bei diesem Spiel für drei Personen mit Suchtgefahr!

Anleitungen zum Skatspielen findet man im Internet, zum Beispiel hier.

Katharina Dietler empfiehlt: Kingdomino

Kingdomino

Spielerinnen und Spieler ab acht Jahren bauen ihr Königreich aus und legen Landschaftsplättchen passend an ihre Ländereien an. Kingdomino ist eine Weiterentwicklung des klassischen Dominospiels und gewann 2017 den Kritikerpreis Spiel des Jahres. Das Spiel eignet sich für Kinder ab acht Jahren und bleibt auch für uns Eltern spannend bis zum letzten Stein.

Kingdomino (2–4 Personen, ab 8 Jahren, Spielzeit: 30 Minuten, Pegasus Spiele)

Maureen Hermsen empfiehlt: Halt mal kurz

Halt mal kurz

Wer die Känguru-Chroniken von Mark-Uwe Kling kennt, wird das Kartenspiel lieben. Schon die Geschichte, mit der die Spielregeln erklärt werden, ist herrlich – alle Protagonisten der Bücher kommen zu Wort. Unser Zehnjähriger trifft beim Vorlesen perfekt den Ton des Hörbuchs, ich habe Tränen gelacht. Worum es geht? Es gewinnt, wer zuerst alle Karten los wird. Es gibt zwei Kategorien, „witzig“ und „nicht witzig“, abgelegt wird, was farblich oder vom Symbol passt. Die Karte gibt vor, was zu tun ist. Da ist alles dabei, vom Gruppen-Schnick-Schnack-Schnuck, über ein „Halt mal kurz“, mit dem die Hälfte der eigenen Karten weggeht, bis zur kommunistischen Umverteilung. Aber wehe, du hast die verhasste Razupaltuffkarte auf der Hand!

Halt mal kurz (3–5 Personen, ab 8 Jahren, Spielzeit: 20 Minuten, Kosmos)

Christoph Sachs empfiehlt: Concept Kids – Tiere

Concept Kids - Tiere

Mit oranger Kunststoff-Rahmen markieren Kinder ab 4 Jahren auf einem Spielbrett, wie ein bestimmtes Tier aussieht, was es frisst, wo es lebt oder wie schnell es sich bewegt. Aufbauend auf Tipps wie diese raten die Erwachsenen, ob ein Elefant, eine Taube oder vielleicht doch ein Aal gesucht wird. Ziel ist es, gemeinsam möglichst viele Tiere zu erkennen. Mit etwas Unterstützung spielt schon unsere Dreijährige mit und hat genauso viel Spaß wie ihre großen Brüder und wir Eltern. Und nicht nur wir sind begeistert: 2019 hat „Concept Kids – Tiere“ auch den Deutschen Kinderspielepreis gewonnen.

Concept Kids – Tiere (2–12 Personen, ab 4 Jahren, Spielzeit: 20 Minuten, Repos Production/Asmodee)
 

Katharina Hennecke empfiehlt: Sagaland – ein Märchenklassiker

Sagaland

 
Der König, der in einem prächtigen Schloss hoch über dem Wald von Sagaland lebt, bittet seine Untertanen, im Wald verborgene und versteckte Schätze zu suchen. Sie verlassen ihr Dorf am Rande des Märchenwaldes und machen sich auf die abenteuerliche Suche. Die Spindel, an der sich Dornröschen in den Finger gestochen hat, die Federbetten der Frau Holle oder die Pfefferkuchen aus Hänsel und Gretel – wer als Erster drei Fundorte richtig benennt, gewinnt das Spiel und ist der neue Herrscher von Sagaland. Sagaland ist nicht nur märchenhaft schön gestaltet, es ist außerdem die perfekte Mischung aus Memory und Mensch ärgere dich nicht – und ganz nebenbei eine Märchenstunde für die ganze Familie.

Sagaland (2–6 Personen, ab 6 Jahren, Spielzeit: 30 bis 45 Minuten, Ravensburger Spiele)


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