Tipps und Ideen
Zeit für Ruhe, Glauben und Gemeinschaft – Wie Familien den Sonntag feiern können
Der Sonntag ist für viele Familien die einzige gemeinsame Ruhe-Insel in einem hektischen Alltag. Zwischen Kita, Schule, Beruf, Haushalt und anderen Verpflichtungen kann der Tag zu einem kleinen Fest für alle werden. Ideen für besondere Sonntagsmomente.
veröffentlicht am 22.05.2026
Zur Ruhe kommen
1. Langsam starten
Wie wäre es, den Tag bewusst langsam zu beginnen? Noch eine Runde Kuscheln im Bett. Nicht sofort nach dem Aufstehen ans Handy. Ein Buch vorlesen. Für Frühaufsteher-Kinder vielleicht einen kurzen Film, sodass die Eltern noch etwas Zeit für sich haben. Dann ein gemeinsames Frühstück mit Kerze, Musik und frischen (oder aufgebackenen) Brötchen. Schon solche kleinen Rituale am Morgen zeigen: Heute ist ein besonderer Tag.
2. Lücken lassen
Ein Sonntag mit Lücken wirkt oft heilsamer als ein perfektes, durchgeplantes Programm. Langeweile führt oft zu den besten Ideen, Pausen können Kreativität und echte Gespräche ermöglichen. Gerade ältere Kinder oder Jugendliche möchten auch am Sonntag Freiräume für ihre eigenen Wünsche und Aktivitäten haben. Sicherlich findet sich eine gute Mischung zwischen Zusammen-Zeiten und Alleine-Zeiten – je nach Bedarf.
3. In die Kirche gehen
Der Sonntag ist auch aus kirchlicher Sicht ein Tag der Erholung. Am Sonntag gehen Christen in die Kirche, um das Wort Gottes zu hören und in der Eucharistie des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu zu gedenken. Sie loben Gott und danken ihm. Auch und gerade Familien können im Gottesdienst die Gemeinschaft der Gläubigen erleben. Der Kirchgang am Sonntag gibt der Woche Struktur. Er kann eine wertvolle Zeit des Innehaltens sein, in der die Eltern neue Kraft schöpfen können. Spezielle Gottesdienste für Kinder und Familien stellen sich besonders auf die kleinen Besucherinnen und Besucher ein.
Eine Familienmesse gibt es zum Beispiel jeden Sonntag in der von den Salesianern Don Boscos betreuten Pfarrei „Herz Jesu“ in Wien-Stadlau. Mehr Infos unten.
Familienzeit genießen
4. Spiele spielen
Ob Brettspiele oder ein Escape-Room, Rollenspiele oder Kicken im Park – gemeinsam spielen macht Spaß und bringt die Familie zusammen. Wenn es schwierig ist, ein Spiel zu finden, das allen gefällt, kann man abwechseln: Zuerst darf das eine Kind entscheiden, danach das andere. Auch hier gilt: Nichts muss perfekt sein. Alle Gefühle sind okay.
5. Miteinander sprechen
Eine Idee für Familien mit etwas älteren Kindern: Jeden Sonntag kommt eine besondere Frage auf den Tisch, die als Gesprächsanlass genutzt wird. Alle dürfen Fragen einreichen, dann wird gemeinsam ausgewählt. Fragen könnten sein: Wofür bist du diese Woche dankbar? Was war für dich der lustigste Moment der Woche? Welche Situation hat dich besonders berührt? Oder auch: Was fändest du besser: Einzelkind sein oder Geschwister haben? Welche Figur aus einem Buch, Film o.ä. wärst du gerne? Wenn du drei Wünsche frei hättest, welche wären das?
6. Mit Spaß spazieren
Spazierengehen ist für die meisten Kinder unfassbar langweilig, mühsam und unnötig. Ein paar Ideen, um ihnen das gemeinsame Rausgehen schmackhaft zu machen: Während des Spaziergangs Rätsel raten. Dinge in Herzform suchen. Bestimmte Motive fotografieren. Singen. Fantasiegeschichten erfinden. Die Kinder die Route bestimmen lassen. In der Dunkelheit mit Taschenlampe wandern. Nur auf Bordsteinen balancieren. Zwischendurch Überraschungen einplanen. Bestimmte Strecken hüpfen. Rückwärts gehen. Die Augen schließen und sich führen lassen.
7. Erst mal abwarten
Klar, am Sonntag kann man viel unternehmen: Museum, Kletterpark, Geo-Caching, Radtour, Picknick, Zoobesuch. Oft haben Mama und Papa den Event sorgfältig vorbereitet – der Plan steht. Genauso gut ist es, den Sonntag mal unverplant zu lassen und zu schauen, wer gerade welche Bedürfnisse hat. Kann sein, dass dann doch alle im Museum landen – oder aber einfach nur chillen, spontan Waffeln backen oder vielleicht einen kleinen Spaziergang (siehe oben) machen.
8. Kreativ sein
Manche basteln gerne mit Papier, andere lieben Malen oder Häkeln. Mal einen Tag zusammen in Ruhe etwas zu gestalten, hilft beim Runterkommen und verbindet. Es tut gut, etwas mit den Händen zu tun und sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. Und am Ende hat jeder und jede eine schöne, selbstgemacht Kleinigkeit erschaffen – zum Selberfreuen oder zum Verschenken. Viele tolle Anregungen mit Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt‘s bei unseren Basteltipps.
9. Den Tag ausklingen lassen
Der Abend kann mit einer kleinen Andacht enden: ein Gebet, ein Lied, ein Segen. Vielleicht liegen die Kinder schon im Schlafanzug und mit geputzten Zähnen in ihren Betten und können dann ruhig und behütet einschlafen – hinein in eine neue Woche.
Gemeinschaft erleben
10. Gäste haben
Gerade der Sonntag bietet sich an, um ab und zu jemanden einzuladen, der sonst vielleicht alleine wäre. Vielleicht einen älteren Nachbarn, eine Studentin aus dem Ausland oder Freunde, die vor Ort keine Familie haben. So wird der Sonntag auch zum Tag der Gastfreundschaft und Begegnung.
11. Stammtisch gründen
Mehrere Familien treffen sich jeweils an einem Sonntag pro Monat reihum bei einer der Familien zuhause. Das Programm ist immer ähnlich: Essen, Spielen, vielleicht noch etwas Musik oder eine kleine spirituelle Einheit, ganz nach Wunsch, Interessen und Geschmack. So wächst mit der Zeit eine kleine Festgemeinschaft – und die Gestaltung des Tages wächst im besten Fall mit.
12. Tausch-Sonntag organisieren
Ein Event für Gemeinschaft und Nachhaltigkeit: Eltern und Kinder bringen Bücher, Spiele, Kleidung oder Pflanzen mit, die sie nicht mehr benötigen, und tauschen untereinander. So eine private Tausch-Party lässt sich mit Freunden oder Nachbarn organisieren, schafft Verbindung und ist eine tolle Gelegenheit, gut erhaltene Gegenstände umweltfreundlich abzugeben und gegen neue Lieblingsstücke einzutauschen.
Regentage nutzen
13. Audio-Theater eröffnen
Matratzen, Decken, gedimmtes Licht – und dann ein Hörspiel oder eine Geschichte hören. So ein Theater für die Ohren ist sehr gemütlich und besonders schön für alle Altersgruppen gleichzeitig. Fehlen nur noch Popcorn oder Kekse!
14. Wohnzimmer-Konzert veranstalten
Funktioniert innerhalb der Familie oder mit Gästen: Jemand spielt Klavier oder Gitarre, andere trommeln auf Töpfen, die Kleinsten tanzen. Vielleicht hat jemand eine gute Playlist parat. So ein spontanes Mitmach-Konzert ist nicht perfekt, macht aber gute Laune. Und Musik verbindet – oft mehr als Gespräche.
15. Schlafanzugtag ausrufen
Wenn es draußen schüttet, ist das das perfekte Wetter für einen Schlafanzugtag. Alle, Eltern und Kinder, lassen den ganzen Tag den Pyjama an. Wer mag, kuschelt sich ins Bett oder mummelt sich auf dem Sofa in eine Decke ein. Auch spielen oder basteln kann man wunderbar im Schlafanzug, kochen und essen ebenfalls. Und das Beste: Man spart sich morgens und abends das Umziehen!
Tipp zum Schluss:
Ein Sonntag ist wie ein Mini-Urlaub vom Alltag – und wie beim Urlaub sind die Erwartungen oft sehr hoch. Alles soll friedlich und harmonisch sein, alle sollen sich gut erholen. Manchmal klappt das gut, manchmal weniger. Daher am besten: Erwartungen runterschrauben und die Dinge nehmen, wie sie kommen. Familienleben ist nur bedingt planbar – auch sonntags.
Immer wieder sonntags: Familiengottesdienst bei Don Bosco in Wien-Stadlau
Ballspielen zwischen den Kirchenbänken? Ein sprechender Esel vor dem Altar? Lautes Klatschen, Stampfen und Lachen, das durch die Kirche hallt? Dann muss wohl Familienmesse in der Pfarre „Herz Jesu“ in Wien-Stadlau sein!
Die Pfarre, die von den Salesianern Don Boscos betreut wird, lädt jeden Sonntag zum Familiengottesdienst ein und schafft damit ein regelmäßiges Angebot, das sich besonders an Familien mit Kindern richtet. Ziel ist es, Glauben altersgerecht und lebendig erfahrbar zu machen.
Ein zentrales Element des Gottesdienstes ist die Verkündigung des Evangeliums. Es wird so aufbereitet, dass die biblischen Inhalte für Kinder und Erwachsene gleichermaßen verständlich werden. Auch die Lesung wird in Form einer anschaulichen Geschichte vermittelt, die den Zugang zu den Texten erleichtert und zum Mitdenken anregt. Ergänzend dazu sorgen Rätsel und interaktive Elemente dafür, dass Kinder aktiv in die Feier eingebunden werden und den Gottesdienst mitgestalten können.
Doch die Familienmesse ist kein reiner Kindergottesdienst – auch die Erwachsenen kommen nicht zu kurz und werden durch einen eigenen Predigtteil angesprochen. Die musikalische Gestaltung trägt wesentlich zur lebendigen Atmosphäre bei: Schwungvolle Lieder, begleitet von der Gitarre, laden zum Mitsingen, Mitklatschen und manchmal auch zum Mittanzen ein und schaffen eine offene sowie gemeinschaftliche Stimmung. Vorbereitet und gestaltet wird der Familiengottesdienst von einem engagierten, kreativen und jungen KiLi-Team, das gemeinsam mit den Priestern jede Feier sorgfältig plant und mit viel Einsatz sowie neuen Ideen gestaltet.
Die Pfarre Stadlau bietet damit einen Ort, an dem Glaube gemeinschaftlich erlebt werden kann. Einen Gottesdienst, der Gemeinschaft spürbar macht und besonders Familien anspricht. Kommt vorbei und seid dabei!
Text: Kathrin Hiemer, Michaela Fankhauser






