Gottesdienst

Der Ablauf der Taufe

Wie läuft ein Taufgottesdienst ab? Wie formuliert man Fürbitten? Und was soll das Kind zur Taufe anziehen? Infos und Tipps rund um die Tauffeier in der Kirche.

veröffentlicht am 07.12.2022

Wie läuft ein Taufgottesdienst ab?

Der katholische Taufgottesdienst besteht aus drei Teilen:

Eröffnung

Der Priester oder Diakon begrüßt das Kind, seine Eltern, Paten und Gäste an der Kirchentür und führt mit den Eltern und Paten ein kurzes Gespräch. Dann zeichnen der Priester, die Eltern und Paten dem Kind ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Mit einem Gebet schließt die Eröffnung und alle ziehen gemeinsam in die Kirche ein.

Wortgottesdienst

Der Wortgottesdienst zur Taufe beginnt mit einer Lesung aus der Bibel. Danach hält der Priester eine Ansprache. Anschließend werden die Heiligen angerufen – besonders die Namenspatrone aus dem Kreis der Familie – und die Fürbitten vorgelesen.

Tauffeier

Bei der eigentlichen Tauffeier sprechen zuerst Eltern und Paten stellvertretend für das Kind das Glaubensbekenntnis. Dann gießt der Priester dem Kind drei Mal ein bisschen Wasser über den Kopf und salbt seine Stirn mit Chrisamöl. Das Kind bekommt das weiße Taufkleid aufgelegt. Anschließend entzünden Eltern oder Paten die Taufkerze an der Osterkerze. Beim Effata-Ritus berührt der Priester Mund und Ohren des Kindes. Zum Abschluss beten alle gemeinsam das Vater Unser und der Priester oder Diakon segnet das Kind und seine Familie.

Wie lange dauert ein Taufgottesdienst?

Ein Taufgottesdienst dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Meistens findet er im Anschluss an einen Sonntagsgottesdienst statt. In manchen Pfarrgemeinden sind aber auch andere Termine möglich. Welche Tauftermine in Ihrer Pfarrei üblich sind, erfahren Sie im Pfarrbüro.Wer macht was beim Taufgottesdienst?

Wer macht was beim Taufgottesdienst?

Der Priester oder Diakon hält den Gottesdienst und spendet die Taufe. Eltern und Paten erbitten die Taufe, nennen den Namen des Kindes, bezeichnen es mit dem Kreuz und sprechen das Glaubensbekenntnis. Wer das Kind bei der Taufe hält oder die Taufkerze entzündet, ist nicht genau vorgeschrieben. Üblicherweise tun auch das die Eltern oder Paten. Beim Vortragen von Fürbitten, der Lesung, eines Gebets oder Meditationstextes können Verwandte und Freunde mit in den Gottesdienst eingebunden werden. Kinder unter den Gästen können ihre eigenen Taufkerzen mitbringen und an der Taufkerze entzünden.Was kostet die Taufe in der Kirche?

Was kostet die Taufe in der Kirche?

Ein Taufgottesdienst ist normalerweise kostenlos. Allerdings ist es üblich, dass die Eltern des Täuflings und eventuell auch die Gäste Geld für die Pfarrgemeinde spenden.

Wo findet eine katholische Taufe statt?

Die katholische Tauffeier findet normalerweise in der Kirche der Pfarrgemeinde statt, zu der die Eltern des Täuflings gehören. Damit wird deutlich, dass das Kind als Christ in die Gemeinde aufgenommen wird.

Was soll mein Kind bei der Taufe anziehen?

Das weiße Taufkleid ist ein Zeichen dafür, dass der Mensch in der Taufe neu geboren wird. Viele Eltern ziehen ihrem Kind deshalb zur Taufe etwas Weißes an. Das ist aber nicht nötig. In vielen Pfarreien gibt es ein weißes Gewand, das dem Kind bei der Taufe symbolisch aufgelegt wird. Sowohl der Täufling als auch die Eltern, Paten und Gäste können anziehen, was sie wollen.

Wie kann ich den Taufgottesdienst mitgestalten?

Der Taufgottesdienst hat grundsätzlich einen festen Ablauf. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten für Eltern und Paten ihn mitzugestalten. Sie können zum Beispiel Lieder und Gebete auswählen, Fürbitten selbst formulieren, eine Bibelstelle oder einen Taufspruch aussuchen. Anregungen dafür finden Sie in unserer Materialliste zur Taufe.

Auch ein individuell gestaltetes Programm mit dem Ablauf des Gottesdienstes, Liedtexten, dem Taufspruch und einem Bild des Täuflings kann persönliche Akzente setzen.

Am besten besprechen Sie Ihre Wünsche und Ideen vorher mit dem Priester oder Diakon, der die Taufe spendet. Wenn mehrere Kinder gleichzeitig getauft werden, sollten Sie sich auch mit den anderen Familien vorher abstimmen.

Welche Lieder passen zur Taufe?

Bei der Auswahl der Lieder für die Taufe können Eltern und Paten eigene Wünsche einbringen, sollten diese aber vorab mit dem Priester oder Diakon absprechen. Es gibt auch Musikgruppen, die eine Taufe gegen Bezahlung musikalisch gestalten. Sollen die Gäste der Tauffeier mitsingen, ist es sinnvoll, einen Liedzettel mit Noten und Texten auszuteilen. Eine Auswahl beliebter Lieder für den Taufgottesdienst finden Sie in unserer Materialliste zur Taufe.

Wie formuliere ich Fürbitten für die Taufe?

In den Fürbitten kommen gute Wünsche für das Kind und seine Familie, aber auch für andere Menschen zum Ausdruck. Bei der Taufe können die Fürbitten von Eltern, Verwandten und Freunden vorgelesen werden. Die Anzahl der Fürbitten ist nicht genau festgelegt, üblicherweise sind es zwei bis sechs Stück. Vorformulierte Fürbitten finden Sie in unserer Materialliste zur Taufe. Sie können die Fürbitten aber auch frei formulieren.

Wofür braucht man den Taufspruch?

Der Taufspruch soll das Kind ein Leben lang begleiten, es daran erinnern, dass es von Gott geliebt wird und ihm Halt geben in schwierigen Zeiten. Als Taufspruch wählen Eltern oft ein Zitat aus der Bibel. Aber auch andere Segenswünsche, Zitate oder Weisheiten sind möglich. Beliebte Taufsprüche finden Sie in unserer Materialliste zur Taufe.


Verwandte Themen

Fest des Lebens
Wegen der Corona-Pandemie musste unsere Autorin die Taufe ihrer Zwillinge verschieben. Jetzt hofft sie auf eine Feier im Sommer. Nicole Stroth beschreibt, was die Taufe für sie und ihren Mann bedeutet und wie der Festtag gestaltet werden soll.
Baby über dessen Kopf Wasser rinnt
Begegnung mit Gott
Die Taufe ist für viele Familien eine Art Willkommensfest für das neue Baby. Salesianerpater Alfons Friedrich hat in seinem Münchner Pfarrverband schon viele Kinder getauft und beschreibt, wie die Taufe zum Beginn einer wichtigen Beziehung werden kann.
Ein Baby wird übers Taufbecken gehalten.
Sakramente
Viele Eltern wünschen sich für ihr Kind den besonderen Schutz und Segen Gottes und lassen es taufen. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Sakrament?