Dunkel und Licht

In schweren Zeiten: Österlicher Glaube als Kraftquelle

Der Tod eines geliebten Menschen ist schwer zu verkraften. Kinder finden oft eigene Wege, um mit der Trauer umzugehen. Der Glaube an die Auferstehung gibt vielen Menschen in solchen Momenten Halt und Trost, weiß unser Kooperationspartner „elternbriefe“.

veröffentlicht am 02.04.2026

„Mein Bruder starb mit 40 an einer schweren Krankheit. Unser 7-jähriger Sohn sagte: ‚Eigentlich ist es doch besser, dass Onkel Martin im Himmel ist. Denn da kann er Spaß haben und muss nicht im Krankenhaus liegen und hat keine Schmerzen mehr!' Diese kindliche Sicht half uns mehr, als wir erwartet hatten. Wir merken, wie schwer es uns fällt, selbst so zu glauben. Wie können wir uns als Familie weiterhin gut unterstützen?“
Marcel, 43, und Beatrix, 41

Der Abschied von einem geliebten Menschen wiegt schwer. Schön, dass die kindliche Vorstellung Ihres Sohnes vom Himmel und einem Leben nach dem Tod Sie und Ihre Frau jetzt tröstet. Ihr Sohn hat die Erfahrung gemacht, dass Sterben und Tod zum Leben dazugehören. Er hat mitbekommen und vielleicht selbst gespürt: Menschen leiden, wenn sie einen lieben Menschen verlieren. Doch seine Trauer hat einen Weg gefunden, mit diesen schmerzlichen Gefühlen und Gedanken umzugehen. Darin kann Ihr Sohn ein Vorbild für Sie beide sein: Zum einen setzt er sich mit seinen eigenen Gefühlen und Gedanken auseinander. Zum anderen findet er einen Platz, wo diese Gefühle und Gedanken gut aufgehoben sind.

Über den Tod reden

Weil wir uns in solchen Grenzsituationen oft hilflos und ausgeliefert fühlen, brauchen wir Wege, Möglichkeiten, Strategien und Ressourcen, um wieder ins Handeln zu kommen. Fragen zu stellen und Fragen zuzulassen, über den Tod zu reden und für sich eine Vorstellung von „Himmel“ zu entwickeln – das kann dabei helfen.

Halt und Trost finden

Der Glaube an die Auferstehung zu Ostern – also die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod – gibt vielen Menschen in solchen Momenten Halt und Trost. Ihren Sohn unterstützt dieser Glaube dabei, den Tod als Teil des Lebens zu verstehen und damit umzugehen. So hat er für sich einen Weg gefunden, diese schwierige Erfahrung aktiv zu bewältigen. Das gibt ihm das Gefühl, trotz allem handlungsfähig und stark zu bleiben.

Verlusten einen Sinn geben

Doch handlungsfähig zu sein, ist das eine. Dem Tod eine Bedeutung zu geben, ist das andere. Worin liegt der Sinn, einen lieben Menschen zu verlieren? Diese Frage lässt sich – wenn überhaupt – nur individuell beantworten. Meist ist da erst einmal der Schock und dann kommen die überwältigenden Gefühle von Leere, Schmerz und Sehnsucht. Manchen zeigt ein solcher Verlust, wie kostbar Liebe und gemeinsame Zeit sind. Andere finden darin eine Chance, tiefer darüber nachzudenken, was wirklich wesentlich ist im Leben.

Tod als Erlösung

Ihr Sohn konnte seinen Onkel gut loslassen und dem „Himmel“ übergeben – weil er daran glaubt, dass sein Onkel nun von den Schmerzen erlöst ist, die er wegen seiner schweren Krankheit hatte. „Himmel“ bedeutet für Ihren Sohn: Weiterleben, Spaß haben und gut aufgehoben sein. So betrachtet, hat der Tod auch etwas Positives.

Schwere Themen nicht ausklammern

Dass Ihr Sohn so fühlt und denkt, kommt bestimmt nicht von ungefähr. Vielleicht liegt es daran, dass Sie als Eltern auch schwere Themen wie Tod und Trauer zulassen: Indem sie darüber reden, sich auf die fragende Seite des Kindes stellen, den Glauben ins Spiel bringen. Offenbar haben Sie Ihrem Sohn etwas mitgegeben, was ihm hilft, mit Krisen umzugehen. Sich von seinem kindlichen Glauben in diesen für Sie schweren Zeiten anrühren zu lassen, ist für Sie mehr als tröstlich: Es ist für Sie offenbar auch eine Ermutigung, sich selbst (neu) mit Glauben, Ostern, Tod und Auferstehung auseinanderzusetzen.

Vom Dunkel ins Licht

Ostern erzählt von diesem Weg durch das Dunkel: Am Karfreitag stehen Schmerz, Verlust und Trauer im Mittelpunkt. So wie in unserem eigenen Leben, wenn wir mit Leid und Abschied konfrontiert sind. Doch mit dem Ostersonntag kommt das Licht der Hoffnung: Die Botschaft, dass selbst nach dem größten Leid wieder neues Leben möglich ist.

Das Leben feiern

Das Osterfest lädt uns dazu ein, trotz aller Schatten das Leben zu feiern und das Schöne, Gelingende und Lebendige ganz bewusst wahrzunehmen. Durch die österliche Dekoration und Symbolik bringen wir das zum Ausdruck: Indem wir zusammen das Haus schmücken, Osternester vorbereiten, Ostereier suchen, zur Auferstehungsfeier gehen, die Osterkerze entzünden, das Osterfrühstück miteinander genießen. All das schenkt uns Gelegenheiten, um in der Familie miteinander den Glauben als Halt und Kraftquelle zu leben. 

Text: Sebastian Wurmdobler, Gemeindereferent und Kess-erziehen-Kursleiter

Dieser Beitrag auf elternbriefe.de

„elternbriefe du + wir“ ist eine Initiative der katholischen Kirche. Mehr unter elternbriefe.de


Verwandte Themen

Kinderhand malt Sonne mit Wachsmalkreiden
Abschied nehmen
Wie Kinder mit dem Tod umgehen, hängt stark von ihrem sozialen Umfeld ab. Die Religionspädagogin Anna-Katharina Szagun beschreibt, was Kindern den Abschied leichter macht und was Auferstehung für sie bedeuten kann.
Kleines Mädchen traurig auf Arm der Mutter
Schwieriges Thema
Den Erwachsenen macht das Thema Angst. Dabei werden wir alle irgendwann damit konfrontiert. Wie Kinder mit dem Tod umgehen und wie Eltern Trauer und Verlust mit ihnen bearbeiten können, beschreibt Erzieher und Theologe Christian Huber.
Mutter und Tochter aneinandergekuschelt auf Parkbank
Offen sein
Mit ihren Kindern über den Tod zu reden, fällt vielen Eltern schwer. Sie glauben, das Thema würde die Kleinen überfordern. Ganz im Gegenteil, sagt Diplom-Pädagogin und Autorin Margit Franz. Die Kinder wollen verstehen, was es mit dem Sterben auf sich hat.