Wichtige Bezugsperson

Wie Taufpaten ihr Amt verstehen

Taufpate zu sein, ist ein verantwortungsvoller Job. Schließlich geht es darum, ein Kind durch sein Leben und seinen Glauben zu begleiten. Ein Pate und eine Patin erzählen, was ihnen ihr Amt bedeutet – und wie es für sie war, als sie gefragt wurden.

veröffentlicht am 30.04.2021

Die Taufpaten spielen bei der Taufe eine wichtige Rolle. Üblicherweise wählen die Eltern für dieses Amt ein oder zwei Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis aus. Taufpate kann im Prinzip jeder getaufte und gefirmte Christ werden. Nur die Eltern dürfen das Amt nicht übernehmen. Die Aufgabe ist es, das Kind auf seinem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten und ihm ein Vorbild zu sein. (Ein guter Taufpate sein - gar nicht so einfach) Beim Taufgottesdienst werden die Paten an ihre eigene Taufe erinnert und bekennen ihren Glauben. Bei der eigentlichen Tauffeier entzünden die Eltern oder die Paten die Taufkerze an der Osterkerze.

Immer Ansprechpartner sein

Thorsten Klinger

Ich verstehe mich sehr gut mit meinem Patenkind, dem Sohn meines Bruders. Wobei das genauso auch für das Verhältnis zu dem älteren Sohn der Familie gilt. Da unterscheide ich nicht.

Natürlich leidet das Verhältnis zurzeit durch die Corona-Situation. Wir haben uns im August vergangenen Jahres zum letzten Mal gesehen. Dabei wohnen wir Luftlinie nur etwa fünf Kilometer voneinander entfernt. Wir telefonieren, treffen uns aber im Vergleich zu früher selten.

Als mein Bruder und seine Frau mich gefragt haben, ob ich Taufpate ihres Sohnes werden würde, war das ein schönes Gefühl. Es war eine Form von Vertrauen, dass sie mich gefragt haben. Ich habe das Amt auch gerne übernommen – ohne mir groß Gedanken zu machen, was genau die Aufgaben eines Paten sind.

Ich möchte für Christof immer Ansprechpartner sein, wenn er mich benötigt. Ich möchte zuhören. Ich möchte ihm meine Werte vermitteln, ohne dabei groß in die Erziehung der Eltern eingreifen zu wollen. Ohnehin decken sich die Werte meines Bruders und seiner Frau weitgehend mit meinen. Die Werte der katholischen Kirche zu vermitteln gehört für mich ebenfalls dazu, auch wenn es sicherlich einige Punkte gibt, wo mein Werteverständnis von dem der Kirche abweicht.

Wenn Christof jemanden braucht, werde ich immer für ihn da sein. Auch das gilt unabhängig davon, ob ich Pate bin oder nicht. Aber für das Kind ist das sicherlich nochmal eine andere, besondere Beziehung.

Thorsten Klinger, Taufpate von Christof (6)

Gerührt und aufgeregt 

Carina Baumgartner

Noch heute erinnere ich mich gut an den Moment, als Lauras Eltern mich als Taufpatin für ihre Tochter angefragt haben. Das war an dem Tag, als ich Laura kennengelernt habe, ungefähr zwei Wochen nach ihrer Geburt. Ich war gerührt und aufgeregt zugleich. Nachdem ich mich über Erwartungen und Vorstellungen ausgetauscht hatte, sagte ich begeistert zu.

Lauras Mutter kenne ich seit vielen Jahren von der Sternsingeraktion in unserer Pfarre. Dort war sie Jahr für Jahr meine Begleitperson. Über die Zeit hat sich eine gute Freundschaft entwickelt. Ich war bei ihrer Hochzeit dabei und habe sie, ihren Mann und die ersten beiden Kinder, zwei Buben, immer besser kennengelernt. Dann kam Laura auf die Welt und ich wurde ihre Patin.

Lauras Eltern war und ist wichtig, dass ich eine weitere Bezugsperson für ihre Tochter bin, die sie in ihrem Leben begleitet. Genau das ist auch für mich ganz wesentlich. Von Anfang an wollte ich, dass Laura und ich wirklich eine Beziehung zueinander haben. Daher versuche ich, sie regelmäßig zu sehen und Zeit mit ihr zu verbringen. Es ist für mich etwas ganz Besonderes, dass ich miterleben kann, wie Laura aufwächst, neue Dinge lernt, was sie interessiert und begeistert. In den letzten Monaten ist es mit der Covid-Situation und der damit verbundenen Distanz oft nicht so einfach gewesen, aber mit Hilfe von Videoanrufen haben wir trotzdem Kontakt gehalten.
Neben der Beziehung zwischen uns ist mir auch die Beziehung zu Gott sehr wichtig. Das bedeutet für mich zu allererst, für Laura und ihre Familie zu beten. Mit meinem Glauben gehe ich offen um, beantworte gerne Fragen oder erzähle davon. Auch die Sternsingeraktion ist jedes Jahr ein Fixpunkt für uns, und Laura ist schon jetzt eine sehr motivierte Königin.

Ich bin heute schon auf die nächsten Jahre gespannt und darauf, wie sich unsere Beziehung und meine Rolle weiter entwickeln werden. Zum Beispiel auch dann, wenn ich vielleicht selbst einmal Mutter bin. Ob mich Laura auch später noch als Vertrauensperson sieht, mit der sie reden kann? Das lässt sich natürlich nicht vorhersagen oder planen. Aber ich versuche auf jeden Fall weiterhin in Lauras Leben präsent zu sein und sie durch Gebet und gemeinsame Zeit zu begleiten.

Carina Baumgartner, Taufpatin von Laura (4)


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